Science-Fiction-Zitate: Die Datenbank

Das Internet ist voll von Science-Fiction-Zitaten. Das Problem: Ein erschreckend großer Teil davon ist falsch zugeschrieben, falsch datiert oder schlicht erfunden. Diese Seite macht es anders. Jedes Zitat hier wurde gegen die Originalquelle geprüft, jede Quellenangabe nennt Werk und Jahr, bei Interviews das Medium und das Datum.

Die Klassiker: Verne, Wells, Shelley, Laßwitz

Die Begründer des Genres sind gemeinfrei, ihre Texte dürfen in voller Länge zitiert werden. Das ist ein Glücksfall, denn gerade bei Verne und Wells lohnt sich der ganze Satz, nicht nur die Pointe.

„Wir werden eines Tages zum Mond, zu den Planeten und zu den Sternen reisen, so leicht, schnell und sicher, wie man heute von Liverpool nach New York fährt.“ (Übersetzung: BuchKnall)

Original (frz.): „On va aller à la Lune, on ira aux planètes, on ira aux étoiles, comme on va aujourd'hui de Liverpool à New York, facilement, rapidement, sûrement.“

Jules Verne, De la Terre à la Lune (Von der Erde zum Mond), 1865, Kapitel XIX. Rede des Abenteurers Michel Ardan vor der Menge in Tampa. Geschrieben 104 Jahre vor Apollo 11, mit Florida als Startort, genau wie später bei der NASA. Mehr dazu in unserem Artikel über SF-Vorhersagen, die wahr wurden.

„Das Meer ist alles. Es bedeckt sieben Zehntel des Erdballs. Sein Atem ist rein und gesund. Es ist eine unermessliche Wüste, in der der Mensch nie allein ist, denn er spürt das Leben an seiner Seite.“ (Übersetzung: BuchKnall)

Original (frz.): „La mer est tout! Elle couvre les sept dixièmes du globe terrestre. Son souffle est pur et sain. C'est l'immense désert où l'homme n'est jamais seul, car il sent frémir la vie à ses côtés.“

Jules Verne (Figur: Kapitän Nemo), Vingt mille lieues sous les mers (20.000 Meilen unter dem Meer), 1870, Teil I, Kapitel X. Nemos Credo gegenüber Professor Aronnax an Bord der Nautilus, eine der bekanntesten Passagen des Romans.

„Nichts kann einen Amerikaner in Erstaunen versetzen. In Amerika ist alles leicht, alles einfach. Kaum gesagt, schon getan.“ (Übersetzung: BuchKnall)

Original (frz.): „Rien ne saurait étonner un Américain. [...] En Amérique, tout est facile, tout est simple [...] Chose dite, chose faite.“

Jules Verne, De la Terre à la Lune, 1865, Kapitel III. Vernes ironischer Blick auf den amerikanischen Machbarkeitsglauben des Gun Club, der kurzerhand beschließt, eine Kanone zum Mond zu bauen.

„Niemand hätte in den letzten Jahren des 19. Jahrhunderts geglaubt, dass diese Welt scharf und genau von Intelligenzen beobachtet wurde, die dem Menschen überlegen und doch ebenso sterblich waren wie er.“ (Übersetzung: BuchKnall, Auszug)

Original (engl.): „No one would have believed in the last years of the nineteenth century that this world was being watched keenly and closely by intelligences greater than man's and yet as mortal as his own [...] intellects vast and cool and unsympathetic, regarded this earth with envious eyes, and slowly and surely drew their plans against us.“

H. G. Wells, The War of the Worlds (Krieg der Welten), 1898, Buch I, Kapitel 1. Der berühmteste Eröffnungsabsatz der SF-Geschichte und die Vorlage für Orson Welles' Radiopanik von 1938. Das Urmotiv des Ersten Kontakts als Bedrohung.

„Es gibt keine Intelligenz, wo es keine Veränderung gibt und keinen Bedarf an Veränderung.“ (Übersetzung: BuchKnall)

Original (engl.): „There is no intelligence where there is no change and no need of change.“

H. G. Wells, The Time Machine (Die Zeitmaschine), 1895, Kapitel 10. Das Fazit des Zeitreisenden über die degenerierten Eloi im Jahr 802.701: Eine Gesellschaft ohne Herausforderungen verliert ihren Verstand. Der Gründungstext des Motivs Zeitreise.

„Die Menschheitsgeschichte wird mehr und mehr zu einem Wettlauf zwischen Bildung und Katastrophe.“ (Übersetzung: BuchKnall)

Original (engl.): „Human history becomes more and more a race between education and catastrophe.“

H. G. Wells, The Outline of History, 1920, Kapitel 41. Schlussgedanke seines Weltgeschichtswerks, geschrieben unter dem Eindruck des Ersten Weltkriegs. Wird oft verkürzt zitiert: Die Fortsetzung im Original („Yet, clumsily or smoothly, the world, it seems, progresses“) ist deutlich optimistischer als die bekannte Kurzform.

„Wir haben die Zukunft gemacht, und kaum einer von uns hat sich Gedanken gemacht, welche Zukunft wir da machen. Und hier ist sie!“ (Übersetzung: BuchKnall)

Original (engl.): „We were making the future, and hardly any of us troubled to think what future we were making. And here it is!“

H. G. Wells, When the Sleeper Wakes, 1899. Der Schläfer Graham erwacht nach 203 Jahren in einer Dystopie, die seine eigene Epoche unbedacht herbeigeführt hat. Hochaktuell für jede Debatte über Technikfolgen.

„Leben und Tod erschienen mir als ideelle Grenzen, die ich als Erster durchbrechen würde, um einen Strom von Licht in unsere dunkle Welt zu gießen.“ (Übersetzung: BuchKnall)

Original (engl.): „Life and death appeared to me ideal bounds, which I should first break through, and pour a torrent of light into our dark world.“

Mary Shelley (Figur: Victor Frankenstein), Frankenstein; or, The Modern Prometheus, 1818, Kapitel 4. Victors Hybris kurz vor der Erschaffung des Monsters. Die Geburtsstunde des SF-Motivs vom Wissenschaftler, der Gott spielt, das bis in heutige Debatten über künstliche Intelligenz nachhallt.

„Mein Herz war dazu geschaffen, für Liebe und Mitgefühl empfänglich zu sein, und als das Elend es zu Laster und Hass zwang, ertrug es die Gewalt dieser Veränderung nicht ohne Qualen, wie du sie dir nicht einmal vorstellen kannst.“ (Übersetzung: BuchKnall)

Original (engl.): „My heart was fashioned to be susceptible of love and sympathy, and when wrenched by misery to vice and hatred, it did not endure the violence of the change without torture such as you cannot even imagine.“

Mary Shelley (Figur: das Monster), Frankenstein, 1818, Kapitel 24 (Rede an Robert Walton). Das Monster erklärt Walton, dass es nicht böse geboren, sondern durch Ausgrenzung böse gemacht wurde. Die populäre Kurzform „I was benevolent and good; misery made me a fiend“ steht nur sinngemäß im Roman, dies ist die belegte Passage. Das Motiv des verstoßenen Geschöpfs prägt bis heute jede Roboter-Erzählung.

„Ihr seid würdig der Freiheit, die Ihr Euch gewonnen habt, nehmt sie hin, wir verzichten freiwillig auf unsre Herrschaft. Unser Ziel ist erreicht, wenn Ihr Menschen seid.“

Kurd Laßwitz (Botschaft der Martier an die Menschheit), Auf zwei Planeten, 1897, Schlussteil des zweiten Buchs. Die ethisch überlegenen Martier beenden ihr Protektorat über die Erde, sobald die Menschheit moralisch mündig geworden ist. Laßwitz' kantianische Pointe: Freiheit muss verdient werden. Der wichtigste deutsche SF-Roman des 19. Jahrhunderts, hier im Originalwortlaut.

„Eine Schlange jagt über das Eis. In riesiger Länge ausgestreckt schleppt sie ihren dünnen Leib wie rasend dahin.“

Kurd Laßwitz, Auf zwei Planeten, 1897, Erstes Buch, 1. Kapitel „Am Nordpol“, erste Sätze. Der rätselhafte Romaneinstieg: Die „Schlange“ ist der Schatten eines Ballons der Polarexpedition, die gleich auf die Marsstation am Nordpol stoßen wird. Erschienen ein Jahr vor Wells' Krieg der Welten.

Die großen Stimmen des 20. Jahrhunderts

Asimov, Clarke, Le Guin, Bradbury, Dick, Herbert, Gibson, Butler, Lem, Adams: Die Sätze in diesem Block sind kurz zitiert, mit Quelle und Kontext, wie es das Zitatrecht erlaubt. Bei jedem steht, woher er wirklich kommt, denn gerade hier kursieren die meisten falschen Quellenangaben.

Isaac Asimov

„Ein Roboter darf kein menschliches Wesen verletzen oder durch Untätigkeit zulassen, dass einem menschlichen Wesen Schaden zugefügt wird.“ (Übersetzung: BuchKnall)

Original (engl.): „A robot may not injure a human being, or, through inaction, allow a human being to come to harm.“

Isaac Asimov, Erstes Robotergesetz, Kurzgeschichte „Runaround“, Astounding Science Fiction, März 1942; später in I, Robot (1950). Das erste der drei Robotergesetze, die bis heute jede Debatte über KI-Sicherheit prägen. Das zweite Gesetz verlangt Gehorsam gegenüber Menschen, solange das erste nicht verletzt wird, das dritte den Selbstschutz des Roboters. In Robots and Empire (1985) ergänzte Asimov das Nullte Gesetz: „A robot may not injure humanity, or, through inaction, allow humanity to come to harm.“

„Gewalt ist die letzte Zuflucht des Unfähigen.“

Original (engl.): „Violence is the last refuge of the incompetent.“

Isaac Asimov (Figur: Salvor Hardin), Foundation, 1951, Teil II „The Encyclopedists“ (dt. Ausgabe: Der Tausendjahresplan). Bürgermeister Hardins Maxime auf Terminus. Hübsches Detail: Der Satz ist eine Abwandlung von Samuel Johnsons „Patriotism is the last refuge of a scoundrel“. Der Auftakt der berühmtesten Space Opera der Literaturgeschichte.

„Es existiert ein Kult der Ignoranz, genährt durch die falsche Annahme, dass Demokratie bedeutet: Meine Ignoranz ist genauso viel wert wie dein Wissen.“ (Übersetzung: BuchKnall, Auszug)

Original (engl.): „There is a cult of ignorance in the United States [...] nurtured by the false notion that democracy means that 'my ignorance is just as good as your knowledge'.“

Isaac Asimov, Essay „A Cult of Ignorance“, Newsweek, 21. Januar 1980, S. 19. Asimovs berühmtester Essay-Satz, der bis heute in jeder Wissenschaftsskepsis-Debatte auftaucht, meist ohne Quelle. Hier mit der präzisen.

„Das Traurigste am Leben ist derzeit, dass die Wissenschaft schneller Wissen sammelt, als die Gesellschaft Weisheit sammelt.“ (Übersetzung: BuchKnall)

Original (engl.): „The saddest aspect of life right now is that science gathers knowledge faster than society gathers wisdom.“

Isaac Asimov, Isaac Asimov's Book of Science and Nature Quotations, 1988, S. 281. Aus seinem eigenen Zitateband, also von Asimov selbst autorisiert. Eine der seltenen Quellenangaben, bei der man sicher sein kann.

Arthur C. Clarke

„Jede hinreichend fortgeschrittene Technologie ist von Magie nicht mehr zu unterscheiden.“

Original (engl.): „Any sufficiently advanced technology is indistinguishable from magic.“

Arthur C. Clarke, Drittes Clarkesches Gesetz, Profiles of the Future, revidierte Ausgabe 1973, S. 36 (dt. Übersetzung zitiert nach Andreas Weber, Biokapital, Berlin Verlag 2008, S. 57). Das meistzitierte SF-Gesetz überhaupt, heute Standardvokabel in jeder Diskussion über künstliche Intelligenz. Das erste Gesetz (1962): „When a distinguished but elderly scientist states that something is possible, he is almost certainly right. When he states that something is impossible, he is very probably wrong.“ Das zweite: „The only way of discovering the limits of the possible is to venture a little way past them into the impossible.“ Beide aus dem Essay „Hazards of Prophecy“ in Profiles of the Future (1962).

„Zwei Möglichkeiten gibt es: Entweder wir sind allein im Universum, oder wir sind es nicht. Beides ist gleichermaßen erschreckend.“ (Übersetzung: BuchKnall)

Original (engl.): „Two possibilities exist: Either we are alone in the Universe or we are not. Both are equally terrifying.“

Arthur C. Clarke, zitiert in Michio Kaku, Visions: How Science Will Revolutionize the Twenty-First Century, 1999, S. 295. Ehrlichkeitshinweis: Das ist ein Sekundärbeleg, Kaku zitiert Clarke. Eine fast identische Formulierung taucht schon 1966 in einem Kubrick-Interview auf, wo Kubrick „einen Schriftsteller“ zitiert, vermutlich Clarke. Der Gedanke selbst ist die Kurzfassung des Fermi-Paradoxons.

„Ich kann die Milchstraße heute nicht mehr betrachten, ohne mich zu fragen, aus welcher dieser aufgetürmten Sternenwolken die Abgesandten kommen werden. Ich glaube nicht, dass wir lange warten müssen.“ (Übersetzung: BuchKnall, Auszug)

Original (engl.): „I can never look now at the Milky Way without wondering from which of those banked clouds of stars the emissaries are coming. [...] I do not think we will have to wait for long.“

Arthur C. Clarke, Kurzgeschichte „The Sentinel“, geschrieben 1948, publiziert als „Sentinel of Eternity“ in 10 Story Fantasy, Frühjahr 1951. Der Schlusssatz der Geschichte, die zur Keimzelle von 2001: Odyssee im Weltraum wurde.

Ursula K. Le Guin

„Wir leben im Kapitalismus. Seine Macht scheint unausweichlich. Das schien auch das Gottesgnadentum der Könige.“ (Übersetzung: BuchKnall)

Original (engl.): „We live in capitalism. Its power seems inescapable; so did the divine right of kings.“

Ursula K. Le Guin, Dankesrede bei den National Book Awards, November 2014. Aus derselben Rede stammt ihre Beschreibung von SF- und Fantasy-Autoren als „realists of a larger reality“. Eine der meistzitierten Genre-Reden des Jahrzehnts.

„Das Einzige, was das Leben möglich macht, ist eine permanente, unerträgliche Ungewissheit: nicht zu wissen, was als Nächstes kommt.“ (Übersetzung: BuchKnall)

Original (engl.): „The only thing that makes life possible is permanent, intolerable uncertainty: not knowing what comes next.“

Ursula K. Le Guin, The Left Hand of Darkness (Die linke Hand der Dunkelheit), 1969, Kapitel 5. Aus dem Hugo- und Nebula-prämierten Roman über den Planeten Gethen, eine der großen Erstkontakt-Geschichten der Literatur.

„Man kann Ideen nicht zerschlagen, indem man sie unterdrückt. Man kann sie nur zerschlagen, indem man sie ignoriert.“ (Übersetzung: BuchKnall)

Original (engl.): „You can't crush ideas by suppressing them. You can only crush them by ignoring them.“

Ursula K. Le Guin, The Dispossessed (Planet der Habenichtse), 1974, Kapitel 6. Der Physiker Shevek über den Umgang mit unbequemen Ideen. Der Satz gilt auf der anarchistischen Weltraumkolonie Anarres genauso wie auf dem kapitalistischen Urras.

Ray Bradbury

„Man muss keine Bücher verbrennen, um eine Kultur zu zerstören. Es reicht, die Menschen dazu zu bringen, sie nicht mehr zu lesen.“ (Übersetzung: BuchKnall)

Original (engl.): „You don't have to burn books to destroy a culture. Just get people to stop reading them.“

Ray Bradbury, Interview mit Misha Berson, The Seattle Times, 12. März 1993. Achtung, hier lauert die häufigste Falschquelle des Genres: Der Satz wird ständig als Zitat aus Fahrenheit 451 ausgegeben. Er steht nicht im Roman. Es ist ein Interview-Zitat von 1993, der früheste verifizierte Beleg ist die Seattle Times.

„Füllt eure Augen mit Staunen, lebt, als würdet ihr in zehn Sekunden tot umfallen. Seht euch die Welt an. Sie ist fantastischer als jeder Traum, der in Fabriken hergestellt oder bezahlt wird.“ (Übersetzung: BuchKnall)

Original (engl.): „Stuff your eyes with wonder, live as if you'd drop dead in ten seconds. See the world. It's more fantastic than any dream made or paid for in factories.“

Ray Bradbury (Figur: Granger, der seinen Großvater zitiert), Fahrenheit 451, 1953, Schlussteil. Grangers Großvater-Rede am Ende des Romans, das humanistische Gegenprogramm zur Bücherverbrennung. Das hier steht wirklich im Buch.

„Geh an den Rand der Klippe und spring. Bau dir deine Flügel auf dem Weg nach unten.“ (Übersetzung: BuchKnall)

Original (engl.): „Go to the edge of the cliff and jump off. Build your wings on the way down.“

Ray Bradbury, Brown Daily Herald, 24. März 1995. Bradburys Schreib- und Lebensmotto, hier mit datiertem Pressebeleg statt der üblichen quellenlosen Weitergabe.

Philip K. Dick

„Realität ist das, was nicht verschwindet, wenn man aufhört, daran zu glauben.“ (Übersetzung: BuchKnall)

Original (engl.): „Reality is that which, when you stop believing in it, doesn't go away.“

Philip K. Dick, Rede/Essay „How To Build A Universe That Doesn't Fall Apart Two Days Later“, 1978, publiziert in I Hope I Shall Arrive Soon (1985). Dicks Definition von Realität, sein bekanntester Satz überhaupt. Er taucht auch in seinem Roman VALIS (1981) auf.

„Das grundlegende Werkzeug zur Manipulation der Realität ist die Manipulation von Wörtern. Wer die Bedeutung von Wörtern kontrolliert, kontrolliert die Menschen, die diese Wörter benutzen müssen.“ (Übersetzung: BuchKnall)

Original (engl.): „The basic tool for the manipulation of reality is the manipulation of words. If you can control the meaning of words, you can control the people who must use the words.“

Philip K. Dick, „How To Build A Universe That Doesn't Fall Apart Two Days Later“, 1978. Dick über fabrizierte Realitäten, Medien und Macht, Jahrzehnte vor jeder Fake-News-Debatte. Die direkte Brücke zu Orwells Neusprech, siehe Block 4.

Frank Herbert

„Übergebt eure kritischen Fähigkeiten niemals vollständig an Menschen an der Macht, ganz gleich, wie bewundernswert diese Menschen erscheinen mögen.“ (Übersetzung: BuchKnall)

Original (engl.): „Don't give over all of your critical faculties to people in power, no matter how admirable those people may appear to be.“

Frank Herbert, Essay „Dune Genesis“, Omni, Juli 1980, S. 72. Herbert erklärt hier die Kernbotschaft von Dune: Misstrauen gegenüber Helden und Übermenschen. Aus demselben Essay stammt: „Heroes are painful, superheroes are a catastrophe.“

„Was wir mit aller Intensität tun müssen, ist, gemeinsam Mensch zu sein. Menschen sind wichtiger als Dinge.“ (Übersetzung: BuchKnall)

Original (engl.): „The thing we must do intensely is be human together. People are more important than things.“

Frank Herbert, Einleitung zur Umwelt-Anthologie New World or No World, 1970. Herbert als Öko-Vordenker. Die Wurzeln von Dune liegen in seiner Recherche über Sanddünen in Oregon 1957, lange bevor Terraforming ein Modewort wurde.

William Gibson

„Der Himmel über dem Hafen hatte die Farbe eines Fernsehers, der auf einen toten Kanal geschaltet war.“ (Übersetzung: BuchKnall)

Original (engl.): „The sky above the port was the color of television, tuned to a dead channel.“

William Gibson, Neuromancer, 1984, Kapitel 1, erster Satz. Der berühmteste erste Satz des Cyberpunk. Im selben Werkumfeld prägte Gibson das Wort „Cyberspace“.

„Die Zukunft ist schon da, sie ist nur ungleich verteilt.“ (Übersetzung: BuchKnall)

Original (engl.): „The future is already here — it's just not very evenly distributed.“

William Gibson, „The Science in Science Fiction“, Talk of the Nation, NPR, 30. November 1999. Gibsons Signatursatz über Technologieverteilung. Zur Quellenlage: Oft wird ein NPR-Auftritt von 1993 als Erstbeleg genannt, der ist aber unverifiziert. Der harte Beleg ist die NPR-Sendung von 1999, in der Gibson den Satz selbst mit „As I've said many times“ einleitet.

Octavia E. Butler, Stanisław Lem, Douglas Adams

„Alles, was du berührst, / veränderst du. / Alles, was du veränderst, / verändert dich. / Die einzige bleibende Wahrheit / ist die Veränderung.“ (Übersetzung: BuchKnall)

Original (engl.): „All that you touch / You Change. / All that you Change / Changes you. / The only lasting truth / Is Change.“

Octavia E. Butler, Parable of the Sower, 1993, Kapitel 1, Verse aus „Earthseed: The Books of the Living“. Die Eröffnungsverse der Earthseed-Religion der Protagonistin Lauren Olamina. Butlers bekannteste Zeilen, aus einer der einflussreichsten Dystopien der 1990er.

„Wir wollen den Kosmos gar nicht erobern, wir wollen nur die Grenzen der Erde bis an seine Ränder ausdehnen. Wir suchen nur den Menschen. Wir brauchen keine anderen Welten. Wir brauchen Spiegel.“ (Übersetzung: BuchKnall, nach der engl. Standardübersetzung von Kilmartin/Cox)

Engl. Standardübersetzung (1970): „We don't want to conquer the cosmos, we simply want to extend the boundaries of Earth to the frontiers of the cosmos. [...] We are only seeking Man. We have no need of other worlds. We need mirrors.“

Stanisław Lem (Figur: Snaut), Solaris, 1961, Kapitel „The Little Apocrypha“. Snauts berühmter Monolog: Der Mensch sucht im All nicht das Fremde, sondern sich selbst. Das philosophische Herz von Solaris und vielleicht die klügste Antwort der Literatur auf das Fermi-Paradoxon.

„Vernunft ist innere Freiheit.“

Stanisław Lem, Der futurologische Kongress, Suhrkamp 1979, S. 81, Übersetzung I. Zimmermann-Göllheim. Lems Kurzformel aus dem Roman über eine durch Psychochemikalien verschleierte Realität. Hier mit Editionsbeleg der deutschen Ausgabe.

„Zweiundvierzig“, sagte Deep Thought mit unendlicher Würde und Ruhe. (Übersetzung: BuchKnall)

Original (engl.): „'Forty-two,' said Deep Thought, with infinite majesty and calm.“

Douglas Adams (Figur: Deep Thought), The Hitchhiker's Guide to the Galaxy (Per Anhalter durch die Galaxis), 1979, Kapitel 27. Die Antwort auf die große Frage nach dem Leben, dem Universum und dem ganzen Rest, verkündet von der zweitgrößten künstlichen Intelligenz aller Zeiten. Warum 42? Adams selbst hat es am 3. November 1993 in der Usenet-Gruppe alt.fan.douglas-adams erklärt: „It was a joke. It had to be a number, an ordinary, smallish number, and I chose that one. [...] I sat at my desk, stared into the garden and thought '42 will do'. I typed it out. End of story.“ Damit sind alle Numerologie-Theorien vom Autor persönlich abgeräumt.

„Der Weltraum ist groß. Wirklich groß. Du glaubst gar nicht, wie unermesslich, riesig, atemberaubend groß er ist. Du denkst vielleicht, der Weg bis zur Apotheke ist weit, aber das sind Peanuts gegen den Weltraum.“ (Übersetzung: BuchKnall)

Original (engl.): „Space is big. Really big. You just won't believe how vastly, hugely, mindbogglingly big it is. I mean, you may think it's a long way down the road to the chemist, but that's just peanuts to space.“

Douglas Adams (Stimme des Reiseführers), The Hitchhiker's Guide to the Galaxy, 1979, Kapitel 8. Der Guide-Eintrag über den Weltraum, dessen Dimensionen selbst mit Lichtgeschwindigkeit unbezwingbar bleiben. Dazu der Buchdeckel-Klassiker: „DON'T PANIC“.

„Ich liebe Deadlines. Ich mag das zischende Geräusch, das sie machen, wenn sie vorbeifliegen.“ (Übersetzung: BuchKnall)

Original (engl.): „I love deadlines. I love the whooshing noise they make as they go by.“

Douglas Adams, The Salmon of Doubt, 2002 (posthum erschienene Sammlung). Adams' Selbstironie über sein notorisches Verfehlen von Abgabeterminen.

Wissenschaftler über Zukunft und All

Die zweite Quelle großer Zukunftssätze sind die Wissenschaftler selbst, vom Raketenpionier Ziolkowski bis zu Hawkings KI-Warnung. Gerade hier ist die Fehlzuschreibungsquote am höchsten, deshalb gilt auch in diesem Block: nur Sätze mit hartem Beleg.

„Der Planet ist die Wiege des Verstandes, aber man kann nicht ewig in der Wiege leben.“

Original (russ.): „Планета есть колыбель разума, но нельзя вечно жить в колыбели.“

Konstantin Ziolkowski, „Die Erforschung des Weltraums mittels Reaktionsapparaten“, 1911/1912, erstmals publiziert in Vestnik Vozdukhoplavaniya Nr. 3, 1912. Das Leitmotiv der gesamten Raumfahrt, vom Raketenpionier und SF-Autor formuliert. Wichtig: Die geläufige Form „Die Erde ist die Wiege der Menschheit, aber man kann nicht ewig in der Wiege bleiben“ ist eine Paraphrase, nicht der Wortlaut. Sein zweiter belegter Satz, der auch auf seinem Denkmal steht: „Der Mensch wird nicht ewig auf der Erde bleiben.“ (Vozdukhoplavanie v nashe vremya, 1912). Der direkte Vorlauf zu jeder Raumstation und Weltraumkolonie.

„Der Kosmos ist auch in uns. Wir bestehen aus Sternenstaub. Wir sind eine Möglichkeit des Kosmos, sich selbst zu erkennen.“ (Übersetzung: BuchKnall)

Original (engl.): „The cosmos is also within us. We're made of star-stuff. We are a way for the cosmos to know itself.“

Carl Sagan, TV-Serie Cosmos: A Personal Voyage, 1980, Episode 1. Sagans bekannteste Formulierung. Dahinter steht harte Astrophysik: Die schweren Elemente in unserem Körper entstanden tatsächlich im Inneren von Sternen.

„Die Vorstellungskraft trägt uns oft in Welten, die es nie gab. Aber ohne sie kommen wir nirgendwohin.“ (Übersetzung: BuchKnall)

Original (engl.): „Imagination will often carry us to worlds that never were. But without it we go nowhere.“

Carl Sagan, Cosmos (Buch), 1980, S. 4. Sagans Brückenschlag zwischen Wissenschaft und Science-Fiction. Wenn diese Seite ein Motto bräuchte, wäre es dieses.

„Außergewöhnliche Behauptungen erfordern außergewöhnliche Beweise.“ (Übersetzung: BuchKnall)

Original (engl.): „Extraordinary claims require extraordinary evidence.“

Carl Sagan, Cosmos: A Personal Voyage, 1980, Episode 12. Der „Sagan-Standard“ der Skeptiker-Bewegung, von Sagan ausgerechnet im UFO-Kontext formuliert. Bis heute der Maßstab in jeder Debatte über außerirdisches Leben.

„Schau noch einmal auf diesen Punkt. Das ist hier. Das ist Zuhause. Das sind wir. [...] ein Staubkorn, das in einem Sonnenstrahl schwebt.“ (Übersetzung: BuchKnall, Kurzauszug)

Original (engl.): „Look again at that dot. That's here. That's home. That's us. [...] a mote of dust suspended in a sunbeam.“

Carl Sagan, Pale Blue Dot: A Vision of the Human Future in Space, 1994, S. 8. Sagans Reflexion über das Voyager-1-Foto der Erde von 1990, aufgenommen aus rund 6 Milliarden Kilometern Entfernung. Die vollständige Passage ist länger und lohnt das Original.

„Schwarze Löcher sind nicht so schwarz, wie man sie malt. Sie sind nicht die ewigen Gefängnisse, für die man sie einst hielt. Wenn du also das Gefühl hast, in einem Schwarzen Loch zu stecken: Gib nicht auf. Es gibt einen Weg hinaus.“ (Übersetzung: BuchKnall)

Original (engl.): „Black holes ain't as black as they are painted. They are not the eternal prisons they were once thought. [...] So if you feel you are in a black hole, don't give up. There's a way out.“

Stephen Hawking, BBC Reith Lecture 2, aufgezeichnet 2015, gesendet 2016. Hawking über die nach ihm benannte Hawking-Strahlung, mit seinem typischen Humor zur Lebensmetapher gewendet. Hintergrund im Glossar: Schwarzes Loch.

„Ich glaube nicht, dass die Menschheit die nächsten tausend Jahre überlebt, wenn wir uns nicht in den Weltraum ausbreiten. Es gibt zu viele Unfälle, die dem Leben auf einem einzigen Planeten zustoßen können. Aber ich bin Optimist. Wir werden nach den Sternen greifen.“ (Übersetzung: BuchKnall)

Original (engl.): „I don't think the human race will survive the next thousand years, unless we spread into space. There are too many accidents that can befall life on a single planet. But I'm an optimist. We will reach out to the stars.“

Stephen Hawking, Interview mit Roger Highfield, Daily Telegraph, 16. Oktober 2001. Hawkings Plädoyer für die Mehrplaneten-Spezies, die direkte Fortsetzung von Ziolkowskis Wiegen-Gedanken neunzig Jahre später.

„Die Entwicklung einer vollständigen künstlichen Intelligenz könnte das Ende der Menschheit bedeuten.“ (Übersetzung: BuchKnall)

Original (engl.): „The development of full artificial intelligence could spell the end of the human race.“

Stephen Hawking, BBC-Interview, 2. Dezember 2014. Hawkings KI-Warnung, die die heutige Debatte über künstliche Intelligenz und AI-Safety mitgeprägt hat. Hier treffen sich Wissenschaft und der älteste SF-Topos.

„Ich bin genug Künstler, um frei aus meiner Vorstellungskraft zu schöpfen. Vorstellungskraft ist wichtiger als Wissen. Wissen ist begrenzt. Vorstellungskraft umspannt die Welt.“ (Übersetzung: BuchKnall)

Original (engl.): „I am enough of an artist to draw freely upon my imagination. Imagination is more important than knowledge. Knowledge is limited. Imagination encircles the world.“

Albert Einstein, Interview mit George Sylvester Viereck, „What Life Means to Einstein“, The Saturday Evening Post, 26. Oktober 1929. Der harte Beleg für das meistmissbrauchte Einstein-Zitat. Dieser Satz ist tatsächlich von ihm, im Gegensatz zu den meisten anderen Einstein-Sprüchen im Umlauf (siehe letztes Kapitel). Eine Variante erschien 1931 in Cosmic Religion.

„Die Quantenmechanik ist sehr achtung-gebietend. Aber eine innere Stimme sagt mir, daß das doch nicht der wahre Jakob ist. [...] Jedenfalls bin ich überzeugt, daß der nicht würfelt.“

Albert Einstein, Brief an Max Born, 4. Dezember 1926 (Einstein/Born Briefwechsel 1916-1955, Nymphenburger 1969, S. 129 f.). Einsteins Skepsis gegenüber der Quantenmechanik, hier im deutschen Originalwortlaut samt alter Rechtschreibung. Die geläufige Kurzform „Gott würfelt nicht“ ist eine Verkürzung dieses Briefsatzes. Determinismus gegen Zufall: ein Dauerthema des Genres, von der Zeitreise bis zum Quantencomputer.

„Grundlagenforschung ist das, was ich tue, wenn ich nicht weiß, was ich tue.“ (Übersetzung: BuchKnall)

Original (engl.): „Basic research is what I am doing when I don't know what I am doing.“

Wernher von Braun, Interview, New York Times, 16. Dezember 1957. Einordnung, die hier nicht fehlen darf: Von Braun war SS-Mitglied, und seine V2-Rakete wurde von KZ-Häftlingen im Lager Mittelbau-Dora unter mörderischen Bedingungen gebaut. Sein belegter Kommentar nach dem ersten V2-Einschlag in London im September 1944 zeigt die ganze moralische Ambivalenz des späteren NASA-Ingenieurs: „The rocket worked perfectly, except for landing on the wrong planet.“ (Quelle: Jonathan Allday, Apollo in Perspective, 1999, S. 85).

„Das erste Prinzip lautet: Du darfst dich nicht selbst täuschen. Und du selbst bist am leichtesten zu täuschen.“ (Übersetzung: BuchKnall)

Original (engl.): „The first principle is that you must not fool yourself — and you are the easiest person to fool.“

Richard Feynman, „Cargo Cult Science“, Caltech-Abschlussrede 1974, publiziert in Surely You're Joking, Mr. Feynman! (1985), S. 343. Feynmans Wissenschaftsethik in einem Satz. Sein zweiter belegter Klassiker: „I think I can safely say that nobody understands quantum mechanics.“ (The Character of Physical Law, 1965, Kapitel 6). Wer wissen will, warum das bis heute stimmt, liest unseren Eintrag zum Quantencomputer.

„Was ich nicht erschaffen kann, verstehe ich nicht.“ (Übersetzung: BuchKnall)

Original (engl.): „What I cannot create, I do not understand.“

Richard Feynman, Notiz auf seiner Tafel am Caltech zum Zeitpunkt seines Todes, Februar 1988 (Foto im Caltech-Archiv). Die ungewöhnlichste Quellenform dieser Sammlung: ein Tafelfoto. Der Satz ist heute ein Leitspruch der KI-Forschung und der synthetischen Biologie.

Zitate aus den Werken

Zum Abschluss der Sammlung ein paar Sätze, die nicht über ihre Autoren, sondern über ihre Romane berühmt geworden sind. Orwell ist seit 2021 gemeinfrei (im Original), bei Huxley und Herbert bleiben wir bewusst bei kurzen Auszügen.

„Wer die Vergangenheit beherrscht, beherrscht die Zukunft. Wer die Gegenwart beherrscht, beherrscht die Vergangenheit.“ (Übersetzung: BuchKnall)

Original (engl.): „Who controls the past controls the future: who controls the present controls the past.“

George Orwell, Nineteen Eighty-Four (1984), 1949, Teil 1 (Parteislogan). Der Slogan der Partei Ozeaniens über Geschichtsmanipulation, das Fundament jeder modernen Dystopie.

„Wenn du ein Bild der Zukunft willst, stell dir einen Stiefel vor, der auf ein menschliches Gesicht tritt. Für immer.“ (Übersetzung: BuchKnall)

Original (engl.): „If you want a picture of the future, imagine a boot stamping on a human face — forever.“

George Orwell, Nineteen Eighty-Four, 1949, Teil 3. O'Briens Zukunftsvision im Verhör von Winston Smith, das dunkelste Bild des Romans.

„Aber ich will keinen Komfort. Ich will Gott, ich will Poesie, ich will echte Gefahr, ich will Freiheit, ich will Güte. Ich will Sünde.“ / „Tatsächlich beanspruchen Sie das Recht, unglücklich zu sein.“ / „Na schön, dann beanspruche ich das Recht, unglücklich zu sein.“ (Übersetzung: BuchKnall)

Original (engl.): „But I don't want comfort. I want God, I want poetry, I want real danger, I want freedom, I want goodness. I want sin.“ / „In fact, you're claiming the right to be unhappy.“ / „All right then, I'm claiming the right to be unhappy.“

Aldous Huxley, Brave New World (Schöne neue Welt), 1932, Kapitel 17 (Dialog John der Wilde / Mustapha Mond). Die Schlüsselszene des Romans: Der Wilde lehnt die schmerzfreie Konsumgesellschaft ab und wählt das Unglück als Preis der Freiheit.

„Community, Identity, Stability.“

Aldous Huxley, Brave New World, 1932, Kapitel 1 (planetares Motto). Das Staatsmotto des Weltstaats: drei Wörter als komplette Ideologie. In der Herlitschka-Übersetzung als „Gemeinschaftlichkeit, Einheitlichkeit, Beständigkeit“ wiedergegeben.

„Ich darf mich nicht fürchten. Die Furcht tötet das Bewusstsein.“ (Übersetzung: BuchKnall)

Original (engl.): „I must not fear. Fear is the mind-killer.“

Frank Herbert, Dune (Der Wüstenplanet), 1965, erstes Kapitel. Die ersten beiden Zeilen der Litanei gegen die Furcht der Bene Gesserit, die Paul Atreides beim Gom-Jabbar-Test rezitiert. Die vollständige Litanei ist deutlich länger und urheberrechtlich geschützt, deshalb hier nur der Auftakt: Die berühmteste Passage des Romans gehört ohnehin im Ganzen gelesen.

Stimmen der Gegenwart

Die Science-Fiction der Jahrtausendwende und der letzten zwei Jahrzehnte hat eigene große Sätze hervorgebracht. Diese Zitate stammen aus Romanen, die heute schon als moderne Klassiker gelten, viele davon mit deutscher Ausgabe. Die deutschen Fassungen sind eigene Übersetzungen, der englische Originalwortlaut steht jeweils darunter.

„Das Universum war eine Sprache mit einer vollkommen mehrdeutigen Grammatik. Jedes physikalische Ereignis war eine Äußerung, die sich auf zwei völlig verschiedene Weisen lesen ließ, die eine kausal, die andere zweckgerichtet.“ (Übersetzung: BuchKnall)

Original (engl.): „The universe was a language with a perfectly ambiguous grammar. Every physical event was an utterance that could be parsed in two entirely different ways, one causal and the other teleological.“

Ted Chiang, Story of Your Life (Die Geschichte deines Lebens), 1998, Sammlung Stories of Your Life and Others, 2002. Die Physikerin Louise Banks erkennt im Fermat-Prinzip, dass die Sprache der Heptapoden eine zweckgerichtete Weltsicht trägt, in der Ursache und Ziel gleichwertig sind. Die Erzählung wurde zur Vorlage des Films Arrival und gehört zum Motiv des Ersten Kontakts.

„Das Universum ist ein dunkler Wald. Jede Zivilisation ist ein bewaffneter Jäger, der wie ein Geist durch die Bäume streift. Findet er anderes Leben, kann er nur eines tun: das Feuer eröffnen und es auslöschen. In diesem Wald sind die anderen die Hölle.“ (Übersetzung: BuchKnall, nach der engl. Ausgabe)

Original (engl., Übers. Joel Martinsen): „The universe is a dark forest. Every civilization is an armed hunter stalking through the trees like a ghost. If he finds other life, there's only one thing he can do: open fire and eliminate them. In this forest, hell is other people.“

Liu Cixin (Figur: Luo Ji), Der dunkle Wald (黑暗森林), 2008, englische Ausgabe 2015. Der Kern der Dunkler-Wald-Theorie: Liu Cixins düstere Antwort auf das Fermi-Paradoxon. Ein scheinbar leeres Universum ist nicht leer, es ist still aus Angst.

„Die Schönheit des Mars existiert im menschlichen Geist. Ohne den Menschen ist er nur eine Ansammlung von Atomen, nicht anders als jeder andere zufällige Materiebrocken im Universum. Wir sind es, die ihn verstehen, und wir sind es, die ihm Bedeutung geben.“ (Übersetzung: BuchKnall)

Original (engl.): „The beauty of Mars exists in the human mind. Without the human presence it is just a collection of atoms, no different than any other random speck of matter in the universe. It's we who understand it, and we who give it meaning.“

Kim Stanley Robinson, Red Mars (Roter Mars), 1992, Kapitel 3. Im Zentralkonflikt der Mars-Trilogie zwischen Bewahrern und Veränderern gibt diese Replik die menschzentrierte Position wieder, die den Mars erst durch unseren Blick zur Landschaft macht. Mehr zum Streit ums Umformen ganzer Welten im Hub Terraforming.

„Ein Zeichen für eine gute Handlung ist, dass sie im Rückblick unvermeidlich erscheint.“ (Übersetzung: BuchKnall)

Original (engl.): „One sign of a good action is that in retrospect it appears inevitable.“

Kim Stanley Robinson, Green Mars (Grüner Mars), 1993, Kapitel 6. Ein Aphorismus aus dem zweiten Band der Mars-Trilogie über die Logik politischen und persönlichen Handelns.

„Worte sind die einzigen Geschosse im Patronengurt der Wahrheit. Und Dichter sind die Scharfschützen.“ (Übersetzung: BuchKnall)

Original (engl.): „Words are the only bullets in truth's bandolier. And poets are the snipers.“

Dan Simmons (Figur: Martin Silenus), Hyperion, 1989, dritte Erzählung. Der Dichter Silenus über die Macht und die Gefahr der Sprache, ein Leitmotiv der Hyperion-Gesänge, die 1990 den Hugo Award gewannen. Großes Beispiel moderner Space Opera.

„Wir sind genau für diese Art von Leiden gemacht. Am Ende ist es alles, was wir sind: klare Gezeitentümpel des Selbstbewusstseins zwischen heranbrechenden Wellen aus Schmerz.“ (Übersetzung: BuchKnall)

Original (engl.): „We are created for precisely this sort of suffering. In the end, it is all we are, those limpid tide pools of self-consciousness between crashing waves of pain.“

Dan Simmons, The Fall of Hyperion (Das Ende von Hyperion), 1990, Kapitel 41. Eine Meditation über die menschliche Natur im zweiten Band des Hyperion-Zyklus.

„Innerhalb von dreißig Jahren werden wir die technischen Mittel besitzen, um übermenschliche Intelligenz zu erschaffen. Kurz darauf wird die Ära des Menschen zu Ende sein.“ (Übersetzung: BuchKnall)

Original (engl.): „Within thirty years, we will have the technological means to create superhuman intelligence. Shortly after, the human era will be ended.“

Vernor Vinge, The Coming Technological Singularity, Vortrag beim VISION-21-Symposium der NASA, 1993. Der Satz, der den Begriff Singularität in seiner heutigen Bedeutung prägte. Vinge war Mathematiker und SF-Autor zugleich, was dem Gedanken sein Gewicht gibt. Anschluss an den Hub Künstliche Intelligenz.

„Nicht umsonst nannte man es das Netz der Millionen Lügen.“ (Übersetzung: BuchKnall)

Original (engl.): „It was not called the Net of a Million Lies for nothing.“

Vernor Vinge, A Fire Upon the Deep (Ein Feuer auf der Tiefe), 1992, Kapitel 18. Vinges galaktisches Kommunikationsnetz nahm 1992 die Desinformation des heutigen Internets erstaunlich klar vorweg.

„Ich bin nichts weiter als ein Wissenschaftler hinreichend fortgeschrittener Technologie, was so viel heißt wie: ein Magier.“ (Übersetzung: BuchKnall)

Original (engl.): „I am nothing but a scientist of sufficiently advanced technology, which is to say a magician.“

Adrian Tchaikovsky (Figur: Nyr), Elder Race, 2021, S. 197. Eine direkte Verbeugung vor Arthur C. Clarkes drittem Gesetz, das weiter oben auf dieser Seite steht. In der Novelle hält eine frühe Kultur den Anthropologen für einen Zauberer.

„Langfristiges Denken verlangt eine Klarheit, in der der menschliche Verstand von Natur aus nicht gut ist.“ (Übersetzung: BuchKnall)

Original (engl.): „Long-term thinking requires a clarity the natural human mind is not good at.“

Adrian Tchaikovsky, Elder Race, 2021, S. 41. Eine Reflexion über die Schwierigkeit des Menschen, in zivilisatorischen oder geologischen Zeiträumen zu denken.

„Das Leben ist erstaunlich hartnäckig. Diese Bakterien wollen genauso wenig sterben wie ich.“ (Übersetzung: BuchKnall)

Original (engl.): „Life is amazingly tenacious. They don't want to die any more than I do.“

Andy Weir (Erzähler: Mark Watney), The Martian (Der Marsianer), 2014, Kapitel 17. Watney stellt fest, dass irdische Bodenbakterien die Marskälte überlebt haben, ein Hoffnungsmoment seiner Überlebensrechnung auf dem roten Planeten.

„Wenn du das Licht bist und deine Feinde die Finsternis sind, dann gibt es nichts, was du nicht rechtfertigen kannst. Es gibt nichts, was du nicht überlebst, weil es nichts gibt, das du nicht tun würdest.“ (Übersetzung: BuchKnall)

Original (engl.): „If you are the light, if your enemies are darkness, then there's nothing that you cannot justify. There's nothing you can't survive, because there's nothing that you will not do.“

Emily St. John Mandel, Station Eleven (Das Licht der letzten Tage), 2014, Kapitel 23. Eine Warnung vor der Selbstermächtigung durch Heilsrhetorik, gesprochen über den Propheten in einer Welt nach der Pandemie. Der Roman gewann 2015 den Arthur C. Clarke Award und steht in der Tradition der Dystopie.

„Ich hätte nach dem Hacken meines Kontrollmoduls ein Massenmörder werden können, aber dann merkte ich, dass ich auf das gebündelte Unterhaltungsangebot der Firmensatelliten zugreifen konnte.“ (Übersetzung: BuchKnall)

Original (engl.): „I could have become a mass murderer after I hacked my governor module, but then I realized I could access the combined feed of entertainment channels carried on the company satellites.“

Martha Wells (Erzählstimme: Killerbot), All Systems Red (Tagebuch eines Killerbots), 2017, erstes Kapitel. Die berühmten ersten Sätze der Reihe: Eine befreite Sicherheitseinheit, die lieber Serien schaut als Menschen zu töten. Ein moderner Klassiker zum Thema Künstliche Intelligenz und Roboter.

Deutschsprachige Science-Fiction

Die deutschsprachige Science-Fiction wird international oft übersehen, dabei reicht ihre Linie von Kurd Laßwitz weiter oben bis zu den Bestsellern der Gegenwart. Diese Zitate sind im Original deutsch, es gibt also kein Übersetzungsproblem. Dazu kommen zwei Stimmen aus der realen Raumfahrt, die den Blick aus dem Orbit in Worte fassen.

„Wissenschaft kann niemals absolut sein. Sie ist die Kunst der Annäherung. Sie definiert nicht, sondern kreist ein, zieht keine Trennlinien, sondern schafft Übergänge, kennt keine Dogmen, sondern Entwicklungen.“

Frank Schätzing, Nachrichten aus einem unbekannten Universum, 2006, S. 17. Der Bestsellerautor von Der Schwarm formuliert in seinem Wissenschaftsbuch, was die forschende Haltung vom Dogma trennt. Ein starker Auftakt für die Begegnung von Wissenschaft und Fiktion.

„Pessimismus ist der Schatten, den der Optimismus werfen muss, um ernst genommen zu werden. Alles andere ist Naivität.“

Frank Schätzing, Der Spiegel 1/2005, S. 114. Schätzings pointierte Antwort auf die Frage, wie man die Zukunft betrachten sollte.

„Science-Fiction handelt eigentlich immer von der jeweiligen Gegenwart, eine imaginierte Zukünftigkeit dient lediglich der Verfremdung.“

Andreas Eschbach, Interview, heise / Mac & i, November 2019. Der erfolgreichste lebende deutsche SF-Autor (Das Jesus Video, Eine Billion Dollar) trifft den theoretischen Kern des Genres: Die Zukunft ist nur die Bühne, gespielt wird über das Heute.

„Mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit würde eine Maschinenintelligenz die biologische Zivilisation überdauern, die sie erschaffen hat.“

Andreas Brandhorst, Das Erwachen, 2017, S. 667. Die zentrale These aus dem meistdiskutierten deutschen KI-Thriller, direkt anschlussfähig an den Hub Künstliche Intelligenz.

„Ramma, so paradox es scheint: Ein Roboter erzog mich zum Menschen.“

Angela und Karlheinz Steinmüller (Erzähler: Beth), Andymon. Eine Weltraum-Utopie, 1982, S. 11. Der Schlüsselsatz des bedeutendsten DDR-SF-Romans, über eine Roboter-Amme auf einem Generationenraumschiff. Eine frühe und berührende Frage nach dem Verhältnis von Mensch und Roboter.

„Woher komme ich? Was bin ich? Wohin gehe ich?“

Angela und Karlheinz Steinmüller (Erzähler: Beth), Andymon. Eine Weltraum-Utopie, 1982, Eingangskapitel. Der Romananfang stellt die existenzielle Grundfrage eines Schiffsgeborenen, der nie eine Erde gesehen hat. Ein Kerngedanke des Lebens in der Weltraumkolonie.

„Aus dem Weltraum kann man keine Grenzen erkennen. Wir sehen bloß einen einzigartigen Planeten mit einer dünnen, zerbrechlichen Atmosphäre, der in der weiten Dunkelheit des Alls schwebt.“

Alexander Gerst, Blogeintrag von der ISS, ESA, 25. Juli 2014. Der Overview-Effekt in einem deutschen Satz, geschrieben in der Erdumlaufbahn. Der Anblick des ganzen Planeten lässt politische Grenzen verschwinden.

„Wenn ich so auf den Planeten runterschaue, dann denke ich, dass ich mich bei euch wohl leider entschuldigen muss. Im Moment sieht es so aus, als ob wir, meine Generation, euch den Planeten nicht gerade im besten Zustand hinterlassen werden.“

Alexander Gerst, Videobotschaft an seine Enkelkinder, ISS, 25. November 2018. Die meistzitierte deutsche Raumfahrtbotschaft der letzten Jahre, aufgenommen aus der Kuppel der Raumstation mit Blick auf die Erde.

„Greif nach den Sternen, greif nach Perry Rhodan.“

Perry-Rhodan-Slogan (Siegerbeitrag des Leserwettbewerbs), 1966. Der Gewinnerslogan eines Leserwettbewerbs zur größten Science-Fiction-Serie der Welt, veröffentlicht in den Heften 275 bis 277. Ein Stück gelebter Genre-Geschichte aus Deutschland.

„Perry Rhodan, unser Mann im All.“

Perry-Rhodan-Slogan (Leserwettbewerb, dritter Platz), 1966. Ein weiterer prämierter Leserslogan, der später sogar zum Titel der Perry-Rhodan-Comicserie wurde.

Leinwand und Bildschirm

Manche der bekanntesten Sätze des Genres fielen nie auf Papier, sie wurden gesprochen. Filmzitate stehen hier bewusst kurz, mit der korrekten Fundstelle und im englischen Original, denn gerade bei berühmten Filmzeilen kursieren erstaunlich oft falsche Fassungen. Die deutschen Versionen sind eigene Übersetzungen, nicht der Synchrontext. Die Ausnahme ist Metropolis, dessen deutscher Zwischentitel gemeinfrei ist.

„Mittler zwischen Hirn und Händen muss das Herz sein.“

Metropolis, 1927, Regie Fritz Lang, Drehbuch Thea von Harbou (Leitspruch des Films). Die Kernbotschaft des ersten großen Science-Fiction-Films über die Versöhnung von Kopf- und Handarbeit. Lang selbst ging später auf Distanz zu dieser Moral. Der Maschinenmensch Maria gehört zur Vorgeschichte des Roboters im Kino.

„All diese Augenblicke werden verloren sein in der Zeit, wie Tränen im Regen. Zeit zu sterben.“ (Übersetzung: BuchKnall)

Original (engl.): „All those moments will be lost in time, like tears in rain. Time to die.“

Blade Runner, 1982, Regie Ridley Scott (Roy Batty, gespielt von Rutger Hauer). Die Sterbeworte des Replikanten auf dem Dach im Regen, von Hauer am Vorabend selbst umformuliert. Eine der berühmtesten Reden der Filmgeschichte über das, was künstliches Leben empfindet.

„Es tut mir leid, Dave. Ich fürchte, das kann ich nicht tun.“ (Übersetzung: BuchKnall)

Original (engl.): „I'm sorry, Dave. I'm afraid I can't do that.“

2001: Odyssee im Weltraum, 1968, Regie Stanley Kubrick (Bordcomputer HAL 9000). HAL verweigert dem Astronauten Bowman die Rückkehr ins Schiff, der Moment, in dem die Maschine ihren eigenen Willen offenbart. Oft verkürzt zu „I can't do that, Dave“. Ein Urbild der Künstlichen Intelligenz im Film.

„Ich habe Angst, Dave. Dave, mein Verstand schwindet. Ich kann es spüren.“ (Übersetzung: BuchKnall)

Original (engl.): „I'm afraid, Dave. Dave, my mind is going. I can feel it.“

2001: Odyssee im Weltraum, 1968, Regie Stanley Kubrick (HAL 9000 während der Abschaltung). HAL erlebt als erster fühlender Computer der Filmgeschichte den eigenen Tod, während Bowman seine Speichermodule zieht.

„Nein. Ich bin dein Vater.“ (Übersetzung: BuchKnall)

Original (engl.): „No. I am your father.“

Star Wars: Das Imperium schlägt zurück, 1980 (Darth Vader, Stimme James Earl Jones). Die Antwort auf Lukes Vorwurf. Die überall kursierende Form „Luke, ich bin dein Vater“ ist falsch, ein bekanntes Beispiel für kollektive Falscherinnerung. Der Satz beginnt mit „Nein“. Großes Kino der Space Opera.

„Tu es. Oder tu es nicht. Es gibt kein Versuchen.“ (Übersetzung: BuchKnall)

Original (engl.): „Do... or do not. There is no try.“

Star Wars: Das Imperium schlägt zurück, 1980 (Yoda, Stimme und Puppenspiel Frank Oz). Yodas Antwort, als Luke seinen versunkenen X-Wing nur „versuchen“ will zu heben.

„Lebe lang und in Frieden.“ (Übersetzung: BuchKnall)

Original (engl.): „Live long and prosper.“

Raumschiff Enterprise, 1967, Episode Weltraumfieber (Mr. Spock, Leonard Nimoy). Der vulkanische Gruß, erstmals in dieser Folge gesprochen. Ein Sinnbild für die respektvolle Begegnung der Kulturen und damit für den Ersten Kontakt.

„Der Weltraum, unendliche Weiten. Dies sind die Reisen des Raumschiffs Enterprise.“ (Übersetzung: BuchKnall)

Original (engl.): „Space, the final frontier. These are the voyages of the Starship Enterprise.“

Raumschiff Enterprise, 1966 bis 1969 (Vorspann, Captain James T. Kirk, William Shatner). Die Erzählung, die jede Folge eröffnet. Das Original nutzt ein Komma, nicht den oft geschriebenen Doppelpunkt, und die alte Serie sagt „where no man has gone before“. Der Aufbruch ins All als Programm.

„Widerstand ist zwecklos.“ (Übersetzung: BuchKnall)

Original (engl.): „Resistance is futile.“

Raumschiff Enterprise: Das nächste Jahrhundert, 1990, Episode The Best of Both Worlds (die Borg, gesprochen vom assimilierten Captain Picard). Der Leitspruch des Kollektivs der Borg, einer Verschmelzung von Wesen und Maschine, die jede Eigenheit auslöscht. Ein Schreckbild der Künstlichen Intelligenz als Schwarm.

„Die Bedürfnisse der Vielen wiegen schwerer als die Bedürfnisse der Wenigen. Oder die des Einzelnen.“ (Übersetzung: BuchKnall)

Original (engl.): „The needs of the many outweigh the needs of the few. Or the one.“

Star Trek II: Der Zorn des Khan, 1982 (Mr. Spock, Leonard Nimoy). Spocks ethisches Leitprinzip, das er am Ende mit seinem eigenen Leben besiegelt.

„Ich komme wieder.“ (Übersetzung: BuchKnall)

Original (engl.): „I'll be back.“

Terminator, 1984, Regie James Cameron (der Terminator, Arnold Schwarzenegger). Gesagt am Empfangstresen einer Polizeiwache, bevor die Maschine mit einem Wagen in das Gebäude rast. Eine beiläufige Drohung, die zum Markenzeichen des kalten Roboters wurde.

„Es gibt keinen Löffel.“ (Übersetzung: BuchKnall)

Original (engl.): „There is no spoon.“

Matrix, 1999, Regie Lana und Lilly Wachowski (der Löffel-Junge im Vorzimmer des Orakels). Der Junge erklärt Neo die Natur der simulierten Welt. Der Satz wird oft Neo zugeschrieben, der ihn aber nur staunend wiederholt. Kerngedanke der Cyberpunk-Vision einer berechneten Wirklichkeit.

„Du nimmst die blaue Pille, die Geschichte endet. Du nimmst die rote Pille, du bleibst im Wunderland, und ich zeige dir, wie tief der Kaninchenbau reicht.“ (Übersetzung: BuchKnall)

Original (engl.): „You take the blue pill, the story ends. You take the red pill, you stay in Wonderland, and I show you how deep the rabbit hole goes.“

Matrix, 1999, Regie Lana und Lilly Wachowski (Morpheus, Laurence Fishburne). Morpheus stellt Neo vor die Wahl zwischen bequemer Unwissenheit und unbequemer Wahrheit. Die rote Pille ist längst ein Symbol weit über den Film hinaus.

„Houston, wir haben ein Problem.“ (Übersetzung: BuchKnall)

Original (engl.): Film: „Houston, we have a problem.“ Reale Funkmeldung 1970: „Houston, we've had a problem.“

Apollo 13, 1995, Regie Ron Howard (Jim Lovell, Tom Hanks). Der Film stellte die Zeitform auf Gegenwart um, dramatischer als die echte Meldung von 1970, die im Perfekt gesprochen wurde und zuerst von Jack Swigert kam. Brücke zur realen NASA-Geschichte.

Weitere Klassiker und Denker

Zum Abschluss eine zweite Runde durch die Gründungszeit des Genres und durch die Wissenschaft, die es speist. Einige dieser Stimmen sind gemeinfrei, andere kurz zitiert mit Quelle. Sie reichen vom kosmischen Weitwinkel eines Olaf Stapledon bis zur Geburtsstunde der Dyson-Sphäre in einem Fachaufsatz von 1960.

„Das Universum erschien mir nun als eine Leere, in der vereinzelt Schneeflocken trieben, und jede Flocke war ein Universum.“ (Übersetzung: BuchKnall)

Original (engl.): „The universe now appeared to me as a void wherein floated rare flakes of snow, each flake a universe.“

Olaf Stapledon, Star Maker, 1937, erstes Kapitel. Der Erzähler verlässt im Geist die Erde und blickt auf die Unzahl der Galaxien. Star Maker enthält auch die erste Beschreibung dessen, was später Dyson-Sphäre heißen wird.

„Und ihre ganze Geschichte, mit ihren Völkerwanderungen, ihren Reichen, ihren Philosophien, ihren stolzen Wissenschaften, war nur ein Aufflackern in einem einzigen Tag im Leben der Sterne.“ (Übersetzung: BuchKnall)

Original (engl.): „And all their history, with its folk-wanderings, its empires, its philosophies, its proud sciences, ... was but a flicker in one day of the lives of the stars.“

Olaf Stapledon, Star Maker, 1937, erstes Kapitel. Eine Meditation über die Winzigkeit der menschlichen Geschichte vor dem Zeithorizont der Sterne.

„Und warum glaubst du dann, dass es eine letzte Revolution gibt? Ihre Zahl ist unendlich. Die letzte ist ein Kindermärchen.“ (Übersetzung: BuchKnall, nach der engl. Ausgabe)

Original (engl., Übers. Zilboorg 1924): „And why then do you think there is a last revolution ... their number is infinite. The 'last one' is a child's story.“

Jewgeni Samjatin (Figur: I-330), Wir, 1920. Die Rebellin widerlegt den Glauben, der totale Staat sei das Endstadium der Geschichte. So wie es keine größte Zahl gibt, gibt es keine letzte Revolution. Der Urtext der modernen Dystopie, Vorbild für Orwell und Huxley.

„Roboter der Welt, euch wird befohlen, das Menschengeschlecht auszurotten.“ (Übersetzung: BuchKnall)

Original (tschech.): R.U.R. (Rossum's Universal Robots), 1920.

Karel Čapek, R.U.R., 1920, dritter Akt. Das Manifest der aufständischen Maschinen. Mit diesem Theaterstück kam das Wort Roboter in die Welt. Einer der frühesten Aufstände künstlicher Wesen, ein Gründungstext zum Thema Roboter.

„Liebes Fräulein Glory, Roboter sind keine Menschen. Sie sind mechanisch vollkommener als wir, sie besitzen einen erstaunlichen Verstand, aber sie haben keine Seele.“ (Übersetzung: BuchKnall)

Original (tschech.): R.U.R., 1920.

Karel Čapek (Figur: Direktor Domin), R.U.R., 1920, erster Akt. Der Fabrikdirektor erklärt der Besucherin das Wesen der künstlichen Arbeiter, kurz bevor die Frage nach ihrer Seele zum Kern des Dramas wird.

„Ich glaube, dass Science-Fiction, selbst die abgedroschenste, einen ausgesprochen heilsamen Wert hat, weil sie als Grundannahme voraussetzt, dass die Welt sich verändert. Wie wichtig dieser Gedanke ist, kann ich gar nicht genug betonen.“ (Übersetzung: BuchKnall)

Original (engl.): „I think that science fiction, even the corniest of it ... has a distinct therapeutic value because all of it has as its primary postulate that the world does change. I cannot overemphasize the importance of that idea.“

Robert A. Heinlein, Rede The Discovery of the Future, World Science Fiction Convention, Denver, 1941. Heinleins berühmter Gedanke, dass Science-Fiction den Leser auf den Wandel selbst vorbereitet.

„Lass dich von deinem Moralgefühl niemals davon abhalten, das Richtige zu tun.“ (Übersetzung: BuchKnall)

Original (engl.): „Never let your sense of morals prevent you from doing what is right.“

Isaac Asimov (Figur: Salvor Hardin), Foundation, 1951, vierter Teil. Eine zweite Maxime des Bürgermeisters Hardin neben dem schon zitierten Satz über Gewalt. Sie stammt ursprünglich aus der Erzählung The Wedge von 1944.

„Man sollte erwarten, dass jede intelligente Spezies binnen weniger Jahrtausende nach Eintritt in ihr Industriezeitalter eine künstliche Biosphäre bewohnt, die ihren Heimatstern vollständig umschließt.“ (Übersetzung: BuchKnall)

Original (engl.): „One should expect that, within a few thousand years of its entering the stage of industrial development, any intelligent species should be found occupying an artificial biosphere which completely surrounds its parent star.“

Freeman Dyson, Aufsatz in Science, 3. Juni 1960. Der Originalsatz, mit dem Dyson das Konzept einführte. Er nannte es künstliche Biosphäre, den Namen Dyson-Sphäre prägten erst andere. Eine mögliche Antwort auf das Fermi-Paradoxon.

„Technologie ist ein Geschenk Gottes. Nach dem Geschenk des Lebens ist sie vielleicht das größte unter Gottes Gaben. Sie ist die Mutter der Zivilisationen, der Künste und der Wissenschaften.“ (Übersetzung: BuchKnall)

Original (engl.): „Technology is a gift of God. After the gift of life it is perhaps the greatest of God's gifts. It is the mother of civilizations, of arts and of sciences.“

Freeman Dyson, Infinite in All Directions, 1988, S. 270. Dysons optimistische Sicht auf die Technik als Motor der Kultur. Oft fälschlich seinem Buch Disturbing the Universe zugeschrieben.

„Mein eigener Verdacht ist, dass das Universum nicht nur sonderbarer ist, als wir annehmen, sondern sonderbarer, als wir annehmen können.“ (Übersetzung: BuchKnall)

Original (engl.): „My own suspicion is that the Universe is not only queerer than we suppose, but queerer than we can suppose.“

J. B. S. Haldane, Possible Worlds and Other Papers, 1927, S. 286. Haldanes berühmtester Satz über die Grenzen der menschlichen Vorstellungskraft. Die ähnliche, oft Arthur Eddington zugeschriebene Form ist unbelegt, das Haldane-Original dagegen sauber datiert.

„Es ist schwer zu sagen, was unmöglich ist, denn der Traum von gestern ist die Hoffnung von heute und die Wirklichkeit von morgen.“ (Übersetzung: BuchKnall)

Original (engl.): „It is difficult to say what is impossible, for the dream of yesterday is the hope of today and the reality of tomorrow.“

Robert H. Goddard, Abiturrede On Taking Things for Granted, 1904. Der Pionier der Flüssigkeitsrakete fasst sein Lebensmotto. Jahrzehnte vor der realen Raumfahrt, die ohne seine Arbeit nicht denkbar wäre. Anschluss an die NASA und die frühe Raketenforschung.

„Wissenschaft ist mehr als ein Wissensschatz. Sie ist eine Art zu denken, eine Art, das Universum skeptisch zu befragen, mit einem feinen Gespür für die menschliche Fehlbarkeit.“ (Übersetzung: BuchKnall)

Original (engl.): „Science is more than a body of knowledge. It's a way of thinking. A way of skeptically interrogating the universe with a fine understanding of human fallibility.“

Carl Sagan, letztes Interview mit Charlie Rose, 27. Mai 1996. Sagans Warnung vor einer Gesellschaft, die auf Technik baut, ohne sie zu verstehen. Ein anderer Gedanke als seine schon zitierten Sätze über den Sternenstaub und das Staunen.

„Es ist dies oder das: das ganze Universum oder das Nichts. Was soll es sein, Passworthy? Was soll es sein?“ (Übersetzung: BuchKnall)

Original (engl.): „It is this, or that: all the universe, or nothingness. Which shall it be, Passworthy? Which shall it be?“

H. G. Wells (Drehbuch; Figur: Oswald Cabal), Things to Come, Film 1936. Die visionäre Schlussrede des Films über die Wahl der Menschheit zwischen dem Aufbruch ins All und der Bedeutungslosigkeit. Ein später Wells, weit jenseits seiner frühen Romane.

Zitate, die nie so gesagt wurden

Jetzt zum Aufräumen. Die folgenden elf Sätze gehören zu den meistgeteilten „SF-Zitaten“ überhaupt, und keiner davon stammt von der Person, der er zugeschrieben wird, oder aus der Quelle, die üblicherweise genannt wird. Alle Befunde sind gegen die Misattributed-Listen von Wikiquote und die Recherchen von Quote Investigator geprüft.

„Was ein Mensch sich vorstellen kann, werden andere Menschen verwirklichen.“ (angeblich Jules Verne)

Die englische Umlaufform „Anything one man can imagine, other men can make real“ steht nirgendwo in Vernes Werk und auf keiner belegten Zitatliste, weder als gesichertes noch als zugeschriebenes Zitat. Sie wird von Zitatportalen seit Jahrzehnten quellenlos weitergereicht. Wer den Gedanken will, nimmt Vernes echtes Mondfahrt-Zitat von 1865 aus dem ersten Block dieser Seite, das ist ohnehin stärker.

„Zwei Dinge sind unendlich: das Universum und die menschliche Dummheit...“ (angeblich Einstein)

Der früheste Beleg stammt von Fritz Perls (Gestalt Therapy Verbatim, 1969), der Einstein aus dem Gedächtnis zitiert. Pikant: In seinem eigenen früheren Buch schrieb Perls denselben Satz noch einem ungenannten „großen Astronomen“ zu. Ältere Wurzeln des Gedankens finden sich bei Renan und Flaubert. Quote Investigator und Wikiquote führen das Zitat als Fehlzuschreibung.

„Die Definition von Wahnsinn ist, immer wieder das Gleiche zu tun und andere Ergebnisse zu erwarten.“ (angeblich Einstein)

Der früheste Beleg ist ein Text der Narcotics Anonymous von 1981. Der Satz wird auch Benjamin Franklin und Mark Twain untergeschoben. Von keinem der drei stammt er.

„Jeder ist ein Genie. Aber wenn du einen Fisch danach beurteilst, ob er auf einen Baum klettern kann...“ (angeblich Einstein)

Quote Investigator hat es untersucht: Tier-Allegorien dieser Art kursieren seit über hundert Jahren in Pädagogik-Texten, eine Verbindung zu Einstein gibt es nicht.

„Somewhere, something incredible is waiting to be known.“ (angeblich Carl Sagan)

Der Satz stammt von der Journalistin Sharon Begley. Es ist der Schlusssatz ihres Newsweek-Porträts über Sagan aus dem Jahr 1977. Sagan hat ihn nie gesagt, er stand nur im Artikel über ihn. Eine der elegantesten Fehlzuschreibungen der Wissenschaftsgeschichte.

„Wenn wir allein im Universum sind, wäre das eine schreckliche Platzverschwendung.“ (angeblich Sagan oder Clarke)

Im Umfeld von Sagans Roman und Film Contact ist der Satz eine Paraphrase. Sagan selbst zitierte mit dem Gedanken den Historiker Thomas Carlyle („If they be not inhabited, what a waste of space“). Als Sagan-Originalzitat ist die Form falsch.

„Der größte Feind des Wissens ist nicht Unwissenheit, sondern die Illusion des Wissens.“ (angeblich Stephen Hawking)

Stammt vom Historiker Daniel J. Boorstin, unter anderem im Umfeld seines Buchs The Discoverers (1983). Es wurde Hawking nie belegt zugeschrieben, klebt aber bis heute an ihm, vermutlich weil es so gut zu ihm passen würde.

„Der spannendste Satz in der Wissenschaft ist nicht 'Heureka!', sondern 'Das ist ja komisch...'“ (angeblich Asimov)

Selbst Wikiquote stuft den Satz nur als „Attributed“ ein: Der Erstbeleg ist der Quellcode des Unix-Programms „Fortune“ vom Juni 1987, kein Asimov-Text. Quote Investigator hat keinen Primärbeleg gefunden. Wer Asimov zitieren will, hat oben vier belegte Alternativen.

„You don't have to burn books...“ als Zitat aus Fahrenheit 451 (Bradbury)

Eine halbe Fehlzuschreibung: Das Zitat ist echt, aber die übliche Quellenangabe falsch. Es steht nicht im Roman von 1953, sondern stammt aus Bradburys Interview mit der Seattle Times von 1993, vierzig Jahre später. Der korrekte Beleg steht oben im Bradbury-Abschnitt.

„Die Zukunft ist schon da...“ auf 1993 datiert (William Gibson)

Auch hier ist das Zitat echt, nur die Datierung wackelt: Der oft genannte Erstbeleg (Fresh Air, NPR, 31. August 1993) ist unverifiziert. Der harte Beleg ist die NPR-Sendung Talk of the Nation vom 30. November 1999, in der Gibson den Satz selbst als seinen Stammsatz einführt.

„When I see an adult on a bicycle, I do not despair for the future of the human race.“ (angeblich H. G. Wells)

Wikiquote führt das Fahrrad-Zitat unter Misattributed: Die einzige auffindbare Quelle ist ein Cartoon-Band von Andy Singer, kein Wells-Text. Wells war zwar tatsächlich Fahrrad-Enthusiast, aber diesen Satz hat er nirgends geschrieben.

Das Muster hinter all diesen Fällen ist immer dasselbe: Ein guter Satz sucht sich einen berühmten Absender, und je besser der Satz zur Person passt, desto hartnäckiger hält sich die Zuschreibung. Genau deshalb steht auf dieser Seite bei jedem Zitat eine nachprüfbare Quelle. Wenn dir ein SF-Zitat begegnet, das hier fehlt: Erst die Quelle suchen, dann teilen.

Über diese Sammlung

Warum der Aufwand? Weil Zitate Werkzeuge sind. Wer in einem Vortrag, einem Schulreferat oder einem Artikel ein Asimov-Zitat verwendet, das in Wahrheit aus einem Unix-Programm von 1987 stammt, macht sich angreifbar. Und weil die echten Sätze fast immer besser sind als die erfundenen. Vernes tatsächliche Mondfahrt-Prophezeiung von 1865 schlägt jede Kalenderspruch-Paraphrase, die ihm später angedichtet wurde.

Die Sammlung ist in neun thematische Blöcke gegliedert, dazu ein zehntes Kapitel über Fehlzuschreibungen. Den Anfang machen die gemeinfreien Klassiker von Jules Verne, H. G. Wells, Mary Shelley und Kurd Laßwitz, deren Texte frei zitierbar sind. Es folgen die großen Stimmen des 20. Jahrhunderts (Asimov, Lem, Le Guin), Wissenschaftler mit SF-Bezug wie Ziolkowski und Hawking sowie ein Block mit Zitaten direkt aus den Werken. Dann kommen die Stimmen der Gegenwart (Ted Chiang, Liu Cixin, Andy Weir), ein Block zur deutschsprachigen Science-Fiction (Frank Schätzing, Andreas Eschbach, der Astronaut Alexander Gerst), die großen Sätze von Leinwand und Bildschirm (Blade Runner, 2001, Star Trek) und weitere Klassiker und Denker. Den Abschluss bildet das Kapitel, das diese Seite von gewöhnlichen Listicles unterscheidet: elf Zitate, die nie so gesagt wurden, mit den Belegen, woher sie wirklich stammen. Ganz oben lässt sich die Datenbank durchsuchen oder mit einem Klick nach Thema und Urheber filtern.

Eine Anmerkung zu den Übersetzungen: Deutsche Buchübersetzungen sind eigenständig urheberrechtlich geschützt. Wo eine etablierte deutsche Form mit Editionsbeleg existiert, zeigen wir sie und nennen die Ausgabe. Wo nicht, übersetzen wir selbst und kennzeichnen das mit dem Zusatz (Übersetzung: BuchKnall). Das englische oder französische Original steht jeweils dabei, denn am Ende zählt der Wortlaut, den der Autor tatsächlich geschrieben hat.