Technologie

Fermi-Paradoxon

Wenn das Universum so groß ist, wo sind dann alle?

Was ist Fermi-Paradoxon?

Wenn das Universum so groß ist, wo sind dann alle?

Enrico Fermi stellte 1950 beim Mittagessen im Los Alamos National Laboratory eine Frage, die bis heute unbeantwortet ist: Bei Milliarden von Sternen und Milliarden von Jahren sollten technologische Zivilisationen statistisch häufig sein. Eine Zivilisation, die nur wenige Millionen Jahre Vorsprung hat, könnte die gesamte Galaxie besiedelt haben. Warum sehen wir dann nichts?

Die Science-Fiction hat Dutzende Antworten entwickelt, jede mit ihren eigenen narrativen Konsequenzen. Liu Cixins Dunkler-Wald-Hypothese (Die Drei Sonnen, 2006) ist die beunruhigendste: Jede Zivilisation, die sich bemerkbar macht, wird von einer älteren zerstört, weil kosmische Ressourcen endlich sind und Vertrauen unmöglich ist. Der Große Filter (Robin Hanson) postuliert, dass irgendwo im Evolutionspfad eine Hürde lauert, die fast niemand überwindet, die Frage ist nur, ob sie hinter uns liegt (wir hatten Glück) oder vor uns (wir sind zum Untergang verurteilt).

Die Berserker-Hypothese (Fred Saberhagen) stellt sich vor, dass selbstreplizierende Maschinen alle biologischen Zivilisationen vernichten. Die Zoo-Hypothese schlägt vor, dass fortgeschrittene Zivilisationen uns beobachten, aber nicht eingreifen, wie bei einem Naturschutzgebiet. Stephen Baxters Xeelee Sequence und Greg Egans Diaspora spielen in Universen, in denen das Paradoxon auf kosmischer Ebene aufgelöst wird.

Das Fermi-Paradoxon ist die produktivste Frage der Science-Fiction, weil jede mögliche Antwort eine eigene Geschichte erzählt.

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