Konzept

Dystopie

Albtraumhafte Gesellschaft der Zukunft.

Was ist Dystopie?

Albtraumhafte Gesellschaft der Zukunft.

Eine Dystopie zeigt eine Gesellschaft, in der fundamentale Dinge schiefgegangen sind. Der Begriff kommt aus dem Griechischen (dys = schlecht, topos = Ort) und beschreibt das Gegenteil einer Utopie. In der Praxis sind Dystopien die literarisch ergiebigere Form, weil Konflikte die Grundlage von Erzählungen sind.

Die beiden Gründungstexte markieren unterschiedliche Albträume. George Orwells 1984 (1949) zeigt Unterdrückung durch Überwachung, Propaganda und Gewalt: der Staat als allgegenwärtiger Feind. Aldous Huxleys Brave New World (1932) zeigt Unterdrückung durch Vergnügen, Konsum und Konditionierung: die Bevölkerung will ihre Ketten gar nicht loswerden. Neil Postman fasste den Unterschied zusammen: Orwell fürchtete, dass Bücher verboten werden, Huxley fürchtete, dass niemand mehr Bücher lesen will.

Margaret Atwoods The Handmaid's Tale (1985) brachte eine feministische Perspektive ins Genre. Ray Bradburys Fahrenheit 451 (1953) verbrannte die Bücher wörtlich. Suzanne Collins' The Hunger Games (2008) machte die Dystopie zum YA-Phänomen. Qualityland (Marc-Uwe Kling, 2017) zeigte, dass auch deutschsprachige Dystopie-Satire funktioniert.

Moderne Dystopien sind oft subtiler als ihre Vorbilder: Kazuo Ishiguros Never Let Me Go enthüllt seine dystopische Prämisse so beiläufig, dass der Horror mit Verzögerung einsetzt. Die besten Dystopien warnen vor dem, was kommen könnte, und manche Leser erkennen die eigene Gegenwart darin wieder.

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