Utopie
Ideale Gesellschaft der Zukunft.
Was ist Utopie?
Ideale Gesellschaft der Zukunft.
Thomas Morus prägte den Begriff 1516 mit seinem gleichnamigen Buch über eine ideale Inselgesellschaft. Das Wort ist ein Wortspiel: ou-topos (kein Ort) und eu-topos (guter Ort). Die Utopie existiert als perfekter Ort, der nirgends zu finden ist.
In der Science-Fiction sind reine Utopien selten, weil eine perfekte Gesellschaft wenig Konfliktstoff bietet. Wer will schon lesen, wie alle glücklich sind? Die literarische Lösung: Utopien von außen betrachten oder ihre Risse aufzeigen. Iain M. Banks' Culture-Reihe (1987–2012) ist die überzeugendste literarische Utopie. Die Culture ist eine Post-Scarcity-Zivilisation: Maschinen erledigen alle Arbeit, Ressourcen sind unbegrenzt, niemand muss hungern oder arbeiten. Banks vermeidet Langeweile, indem er die Konflikte an den Rändern sucht, dort, wo die Culture auf weniger entwickelte Zivilisationen trifft und entscheiden muss, ob sie eingreift.
Ursula K. Le Guins The Dispossessed (1974) trägt den Untertitel 'An Ambiguous Utopia' und stellt zwei Gesellschaften gegenüber: eine anarchistische Kolonie und einen kapitalistischen Planeten. Beide haben Stärken und Schwächen. Kim Stanley Robinsons Mars-Trilogie beschreibt den Aufbau einer neuen Gesellschaft auf dem Mars und verhandelt, wie utopische Ideale an der Realität scheitern oder sich bewähren.
Star Trek ist die populärkulturell einflussreichste Utopie: eine Menschheit ohne Armut, Rassismus und Krieg, die das Universum erforscht. Gene Roddenberry konzipierte die Serie als Hoffnungsbotschaft mitten im Kalten Krieg. Die Frage, ob Utopien realisierbar oder nur als Kompass tauglich sind, bleibt eine der produktivsten Debatten der Philosophie.
Verwandte Begriffe