Tardigraden im All
Bärtierchen überleben Vakuum, Strahlung und Temperaturen nahe dem absoluten Nullpunkt, die zähesten Tiere der Erde als Modell für außerirdisches Leben.
Was ist Tardigraden im All?
Bärtierchen überleben Vakuum, Strahlung und Temperaturen nahe dem absoluten Nullpunkt, die zähesten Tiere der Erde als Modell für außerirdisches Leben.
Tardigraden (Bärtierchen) sind mikroskopisch kleine Tiere von etwa 0,5 mm Länge, die zu den widerstandsfähigsten Organismen der Erde gehören. Im Zustand der Kryptobiose, einer Art Scheintod, überleben sie Temperaturen von −271 °C bis +150 °C, Drücke bis zum 1.200-fachen des Atmosphärendrucks, intensive ionisierende Strahlung und das Vakuum des Weltraums.
2007 bewies das ESA-Experiment TARDIS auf der Foton-M3-Kapsel, dass Tardigraden zehn Tage im offenen Weltraum überleben und sich danach normal fortpflanzen. 2019 crashte die israelische Mondsonde Beresheet auf dem Mond, mit Tardigraden an Bord, die den Aufprall möglicherweise in ihrem Trockenstarre-Zustand überstanden haben.
NASA schickte 2021 Tardigraden zur ISS (Cell Science-04), um zu untersuchen, welche Gene die Stressresistenz ermöglichen. Die Erkenntnisse sollen helfen, Astronauten vor Strahlung auf Langzeitmissionen zu schützen.
Für die Panspermie-Hypothese, die Idee, dass Leben per Meteorit zwischen Planeten reisen könnte, sind Tardigraden der lebende Beweis, dass biologische Organismen Weltraumreisen grundsätzlich überstehen können. In der SF nutzt Adrian Tchaikovsky in Children of Time (2015) die Anpassungsfähigkeit von Arthropoden als zentrales Motiv.
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