Weltraummedizin

Weltraumstrahlung

Hochenergetische Teilchen aus dem Kosmos, das größte Gesundheitsrisiko für Astronauten auf Langzeitmissionen jenseits des Erdmagnetfelds.

Was ist Weltraumstrahlung?

Hochenergetische Teilchen aus dem Kosmos, das größte Gesundheitsrisiko für Astronauten auf Langzeitmissionen jenseits des Erdmagnetfelds.

Weltraumstrahlung umfasst drei Hauptquellen: Galaktische Kosmische Strahlung (GCR, hochenergetische Teilchen aus der Milchstraße), Solare Partikel-Events (SPE, Ausbrüche geladener Teilchen bei Sonneneruptionen) und die in den Van-Allen-Gürteln gefangene Strahlung.

Auf der ISS, die innerhalb des Erdmagnetfelds operiert, erhalten Astronauten etwa 150–200 Millisievert pro halbes Jahr, rund das 100-Fache der Belastung auf der Erde. Auf dem Weg zum Mars oder auf der Mondoberfläche, wo kein Magnetfeld schützt, steigt die Dosis drastisch.

Die biologischen Schäden sind vielfältig: DNA-Doppelstrangbrüche, erhöhtes Krebsrisiko, kardiovaskuläre Degeneration und kognitive Beeinträchtigungen. Die NASA-Zwillingsstudie (2015–2016) an Scott und Mark Kelly zeigte Chromosomenveränderungen bei Scott nach 340 Tagen im All, die mit Strahlung in Zusammenhang stehen.

Für Mars-Missionen (Gesamtdauer 2–3 Jahre) wird die kumulative Dosis auf 900–1.200 mSv geschätzt. Die NASA begrenzt die zulässige Karrieredosis auf einen Wert, der das Krebsrisiko um maximal 3 % über das Basisrisiko erhöht. Schutzmaßnahmen umfassen Polyethylen-Abschirmung, wasserhaltige Schutzräume und pharmazeutische Radioprotektoren, die in der Entwicklung sind.