Weltraummedizin

Van-Allen-Gürtel

Zwei Strahlungsgürtel aus geladenen Teilchen, die die Erde umgeben, ein natürlicher Schutzschild für die Erde, aber eine Gefahrenzone für Raumfahrer.

Was ist Van-Allen-Gürtel?

Zwei Strahlungsgürtel aus geladenen Teilchen, die die Erde umgeben, ein natürlicher Schutzschild für die Erde, aber eine Gefahrenzone für Raumfahrer.

Die Van-Allen-Strahlungsgürtel sind zwei (manchmal drei) torusförmige Regionen geladener Teilchen (Protonen und Elektronen), die vom Erdmagnetfeld eingefangen und in bestimmten Höhen festgehalten werden. Sie wurden 1958 von James Van Allen mithilfe des Explorer-1-Satelliten entdeckt, eine der ersten großen Entdeckungen des Weltraumzeitalters.

Der innere Gürtel erstreckt sich von etwa 1.000 bis 6.000 km Höhe und besteht hauptsächlich aus hochenergetischen Protonen. Der äußere Gürtel reicht von etwa 13.000 bis 60.000 km und enthält vorwiegend Elektronen. 2012 entdeckten die Van Allen Probes der NASA zeitweise einen dritten, kurzlebigen Gürtel.

Für die Raumfahrt sind die Gürtel eine erhebliche Strahlenquelle. Die ISS (400 km Höhe) operiert unterhalb des inneren Gürtels, passiert aber die Südatlantische Anomalie, eine Region, in der der innere Gürtel besonders tief reicht. Die Apollo-Astronauten durchquerten die Gürtel auf dem Weg zum Mond innerhalb weniger Stunden, wobei die Strahlenbelastung durch die kurze Aufenthaltsdauer begrenzt blieb.

Für zukünftige Missionen jenseits der Erdmagnetosphäre (Mond-Gateway, Mars) ist die Durchquerung der Gürtel ein kalkulierbares Risiko. Die eigentliche Gefahr liegt im Fehlen des magnetischen Schutzes danach.