Weltraummedizin

Telomere und Raumfahrt

Die NASA-Zwillingsstudie zeigte Überraschendes: Scotts Telomere verlängerten sich im All, und verkürzten sich nach der Rückkehr stärker als zuvor.

Was ist Telomere und Raumfahrt?

Die NASA-Zwillingsstudie zeigte Überraschendes: Scotts Telomere verlängerten sich im All, und verkürzten sich nach der Rückkehr stärker als zuvor.

Telomere sind Schutzkappen an den Enden der Chromosomen, die sich mit jeder Zellteilung verkürzen und als Biomarker des Alterns gelten. Die NASA-Zwillingsstudie (2015–2019) verglich die identischen Zwillinge Scott Kelly (340 Tage auf der ISS) und Mark Kelly (auf der Erde) und lieferte überraschende Ergebnisse.

Während Scotts Zeit im All verlängerten sich seine Telomere im Durchschnitt, ein unerwarteter Befund, der zunächst als paradoxes Verjüngungssignal interpretiert wurde. Die wahrscheinliche Erklärung: Stressreaktionen und erhöhte Telomerase-Aktivität (das Enzym, das Telomere repariert) führten zu einer temporären Verlängerung.

Nach der Rückkehr zur Erde verkürzten sich Scotts Telomere jedoch rasch und lagen innerhalb von 48 Stunden unter seinem Vorab-Niveau. Einige Zellen zeigten besonders kurze Telomere, die mit erhöhtem Risiko für Krebs und Herz-Kreislauf-Erkrankungen assoziiert sind.

Die Studie, 2019 in Science publiziert, dokumentierte weitere Veränderungen: Genexpressionsänderungen in über 7 % des Genoms, DNA-Schäden durch Strahlung, Veränderungen im Darmmikrobiom und erhöhte Entzündungsmarker. Ein Großteil der Veränderungen normalisierte sich innerhalb von sechs Monaten, aber nicht alle.