Astrobiologie

Chemosynthese

Leben ohne Sonnenlicht, Organismen, die ihre Energie aus chemischen Reaktionen gewinnen statt aus Photosynthese.

Was ist Chemosynthese?

Leben ohne Sonnenlicht, Organismen, die ihre Energie aus chemischen Reaktionen gewinnen statt aus Photosynthese.

1977 entdeckten Forscher am mittelozeanischen Rücken des Pazifiks etwas, das die Biologie revolutionierte: In völliger Dunkelheit, bei Temperaturen über 300 °C und unter enormem Druck, blühten ganze Ökosysteme rund um hydrothermale Schlote (Black Smokers). Die Basis dieser Nahrungsketten bilden chemosynthetische Bakterien, die Schwefelwasserstoff (H₂S) aus dem Erdinneren in Energie umwandeln.

Diese Entdeckung veränderte die Astrobiologie grundlegend: Wenn Leben auf der Erde ohne Sonnenlicht auskommen kann, könnten auch die dunklen Ozeane unter Europas oder Enceladus' Eispanzer bewohnt sein. Hydrothermale Schlote am Meeresboden dieser Monde wären ideale Energiequellen für chemosynthetisches Leben.

2017 fand die Cassini-Sonde Wasserstoff in den Geysiren von Enceladus, genau die chemische Signatur, die man von hydrothermalen Schloten erwarten würde. Das macht Chemosynthese zum wahrscheinlichsten Stoffwechselweg für außerirdisches Leben in unserem Sonnensystem.

In Michael Crichtons Sphere (1987) und James Camerons Aliens of the Deep (2005) spielen Tiefsee-Ökosysteme eine zentrale Rolle. Peter Watts' Rifters-Trilogie (1999–2004) siedelt eine ganze Gesellschaft an hydrothermalen Schloten an.