Extremophile
Lebewesen, die unter Bedingungen gedeihen, die für die meisten Organismen tödlich wären, kochend heiß, eiskalt, radioaktiv oder säurehaltig.
Was ist Extremophile?
Lebewesen, die unter Bedingungen gedeihen, die für die meisten Organismen tödlich wären, kochend heiß, eiskalt, radioaktiv oder säurehaltig.
Extremophile sind Organismen, die extreme Umgebungen nicht nur tolerieren, sondern aktiv bevorzugen. Thermophile leben in über 80 °C heißem Wasser, wie in den heißen Quellen des Yellowstone-Nationalparks. Psychrophile gedeihen bei Temperaturen unter 0 °C in antarktischem Eis. Halophile lieben salzgesättigte Seen, Acidophile leben in Säure mit pH-Werten unter 2, und Radioresistente wie Deinococcus radiodurans überstehen das Tausendfache der für Menschen tödlichen Strahlendosis.
Für die Astrobiologie sind Extremophile der Beweis, dass Leben auf der Erde fast überall vorkommt, wo flüssiges Wasser existiert. Das erweitert die Suche nach außerirdischem Leben enorm: Die sauren Wolken der Venus, die salzigen Ozeane unter Europas Eis, die Methanflüsse auf Titan, all diese Umgebungen haben irdische Gegenstücke, in denen Extremophile nachweislich überleben.
In der Science Fiction tauchen extremophile Ökosysteme regelmäßig auf. Peter Watts beschreibt in Blindsight (2006) nicht-bewusste Organismen in extremen Umgebungen. Adrian Tchaikovskys Children of Ruin (2019) entwirft auf einem Ozeanplaneten ein Ökosystem, das von extremophilen Einzellern dominiert wird. Stephen Baxters Proxima (2013) siedelt Leben auf einem tidally locked Planeten an, das nur in der Dämmerungszone existiert.
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