Siliziumbasiertes Leben
Die Idee, dass Leben nicht auf Kohlenstoff angewiesen sein muss, Silizium als alternatives Grundelement für außerirdische Biochemie.
Was ist Siliziumbasiertes Leben?
Die Idee, dass Leben nicht auf Kohlenstoff angewiesen sein muss, Silizium als alternatives Grundelement für außerirdische Biochemie.
Kohlenstoff ist das Rückgrat aller irdischen Biochemie: Er bildet vier stabile Bindungen, erzeugt lange Ketten und komplexe Moleküle. Silizium steht im Periodensystem direkt unter Kohlenstoff und teilt diese Vier-Bindungen-Eigenschaft. Könnte es Lebensformen auf Siliziumbasis geben?
Die Chemie spricht teilweise dafür, größtenteils aber dagegen. Silizium-Silizium-Bindungen sind schwächer als Kohlenstoff-Kohlenstoff-Bindungen. Siliziumdioxid (Sand, Quarz) ist ein Feststoff, während Kohlendioxid ein Gas ist, Silizium-Lebewesen hätten massive Probleme mit dem Stoffwechsel. Siliziumverbindungen zersetzen sich in Wasser, dem universellen Lösungsmittel des Lebens.
Allerdings entdeckte ein Caltech-Team 2016, dass Enzyme gezielt Silizium-Kohlenstoff-Bindungen herstellen können, ein erster Hinweis, dass die Natur Silizium nicht komplett ablehnt. Unter exotischen Bedingungen (extrem hohe Temperaturen, andere Lösungsmittel als Wasser) könnte Siliziumbioochemie theoretisch funktionieren.
In der Science Fiction ist Siliziumleben ein Klassiker. Star Treks Horta (TOS, 'The Devil in the Dark', 1967) ist das bekannteste Beispiel. Isaac Asimov diskutierte das Konzept in mehreren Essays. Stanislaw Lems Solaris (1961) umgeht die Frage elegant mit einem planetengroßen Organismus, dessen Biochemie unverständlich bleibt.
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