Kolonisierung

Unterirdische Habitate

Unter die Oberfläche graben statt Kuppeln bauen, natürlicher Strahlungsschutz und stabile Temperaturen ohne aufwendige Konstruktion.

Was ist Unterirdische Habitate?

Unter die Oberfläche graben statt Kuppeln bauen, natürlicher Strahlungsschutz und stabile Temperaturen ohne aufwendige Konstruktion.

Unterirdische Habitate nutzen den Boden eines Himmelskörpers als natürlichen Schutzschild gegen kosmische Strahlung, Mikrometeoriten und extreme Temperaturschwankungen. Bereits 2–3 Meter Regolith-Bedeckung reduzieren die Strahlenbelastung auf erdähnliches Niveau.

Für den Mond wäre eine Bautiefe von 3–5 Metern ausreichend. Tunnel könnten durch kontrollierte Sprengung, mechanisches Bohren oder thermisches Schmelzen (ein erhitzter Penetrator schmilzt sich durch den Regolith und hinterlässt eine glasartige, versiegelte Röhre) angelegt werden. Die NASA finanziert Forschung an nuklear betriebenen Tunnelbohrern, die gleichzeitig die Tunnelwand verglasen.

Auf dem Mars bieten sich neben künstlichen Tunneln auch natürliche Strukturen an: Lavatunnel und überhängende Klippen (wie in Valles Marineris) könnten als teilweise geschützte Bauplätze dienen.

Die psychologische Herausforderung ist nicht zu unterschätzen: Dauerhaft unterirdisch zu leben kann klaustrophobische Reaktionen auslösen. Gegenlösungen umfassen großflächige LED-Beleuchtung, die Sonnenlicht simuliert, virtuelle Fenster mit Außenansicht und großzügige Raumgestaltung. In der Science-Fiction ist das unterirdische Leben auf dem Mars ein häufiges Motiv, Robert Heinlein, Kim Stanley Robinson und Andy Weir beschreiben verschiedene Varianten.