Technologie

Kardaschow-Skala

Klassifikation von Zivilisationen nach ihrem Energieverbrauch.

Was ist Kardaschow-Skala?

Klassifikation von Zivilisationen nach ihrem Energieverbrauch.

Der sowjetische Astrophysiker Nikolai Kardaschow schlug 1964 eine Klassifikation von Zivilisationen vor, die auf ihrem Energieverbrauch basiert. Typ I nutzt die gesamte Energie ihres Planeten (ca. 10^16 Watt). Typ II nutzt die gesamte Energie ihres Sterns (ca. 10^26 Watt), etwa durch eine Dyson-Sphäre. Typ III nutzt die Energie ihrer gesamten Galaxie (ca. 10^36 Watt).

Die Menschheit steht bei etwa 0,73 auf der Skala: Wir nutzen bei weitem nicht die gesamte Sonnenenergie, die auf die Erde trifft. Der Sprung zu Typ I würde die vollständige Nutzung von Sonnenenergie, Geothermie, Windkraft und Gezeitenkraft erfordern. Der Physiker Michio Kaku schätzte, dass die Menschheit in etwa 100–200 Jahren Typ I erreichen könnte.

In der Science-Fiction reichen Zivilisationen oft weit über Typ III hinaus. Iain M. Banks' Culture (fortgeschrittener Typ II oder früher Typ III), Alastair Reynolds' Inhibitoren (Typ III, Galaxie-Polizei), und Liu Cixins kosmische Zivilisationen in Der dunkle Wald operieren auf Skalen, die Kardaschow nicht vorgesehen hatte. Stephen Baxters Xeelee sind eine Typ-IV-Zivilisation, die das gesamte Universum als Ressource nutzt.

Die Skala hat Kritiker: Sie misst nur Energieverbrauch, nicht Effizienz, Kultur oder Weisheit. Eine Zivilisation, die wenig Energie braucht, weil ihre Technologie extrem effizient ist, würde niedrig eingestuft. Trotzdem bleibt die Kardaschow-Skala das populärste Framework, um kosmische Zivilisationen zu klassifizieren.

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