Interdiktionshypothese
Eine überlegene Zivilisation könnte den Kontakt mit der Menschheit aktiv verhindern, durch eine Art kosmische Sperrzone um unser Sonnensystem.
Was ist Interdiktionshypothese?
Eine überlegene Zivilisation könnte den Kontakt mit der Menschheit aktiv verhindern, durch eine Art kosmische Sperrzone um unser Sonnensystem.
Die Interdiktionshypothese (auch Quarantäne-Hypothese) wurde 1981 von Martyn Fogg formuliert und postuliert, dass eine oder mehrere technologisch überlegene Zivilisationen den Kontakt mit jüngeren Spezies aktiv unterbinden. Anders als die Zoo-Hypothese (passive Beobachtung) geht die Interdiktionshypothese von aktiver Einflussnahme aus: Signale könnten abgefangen, Sonden umgeleitet, oder ein physischer Sperrbereich errichtet werden.
Mögliche Motivationen: Schutz der jüngeren Zivilisation vor Kulturschock oder technologischer Überforderung. Schutz der eigenen Zivilisation vor einem unberechenbaren Neuling. Ethische Grundsätze ähnlich Star Treks Prime Directive. Pragmatische Gründe, eine Zivilisation, die sich selbst vernichtet, braucht keine Quarantäne.
Die Hypothese ist attraktiv, weil sie sowohl die Große Stille als auch das Fehlen physischer Artefakte im Sonnensystem erklären kann. Sie setzt allerdings eine Zivilisation voraus, die sowohl die Macht als auch den Willen hat, ein galaktisches Quarantänesystem über kosmische Zeiträume aufrechtzuerhalten.
Kritik: Wie bei der Zoo-Hypothese reicht ein einziger Dissens innerhalb der kontrollierenden Zivilisation(en), um das System zu brechen. Außerdem ist unklar, warum eine solche Zivilisation nicht zumindest subtile Hinweise hinterlassen würde.
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