Selbstreplizierende Sonde
Eine Sonde, die aus lokalen Ressourcen Kopien von sich selbst baut und so exponentiell die Galaxis besiedelt, John von Neumanns Gedankenexperiment, angewandt auf die Raumfahrt.
Was ist Selbstreplizierende Sonde?
Eine Sonde, die aus lokalen Ressourcen Kopien von sich selbst baut und so exponentiell die Galaxis besiedelt, John von Neumanns Gedankenexperiment, angewandt auf die Raumfahrt.
Eine selbstreplizierende Sonde (auch Von-Neumann-Sonde, nach dem Mathematiker John von Neumann) ist ein hypothetisches Raumfahrzeug, das ein Sternsystem erreicht, dort aus lokalen Rohstoffen (Asteroiden, Monde) Kopien von sich selbst fertigt und diese zu weiteren Sternen entsendet.
Die Mathematik ist beeindruckend: Selbst bei bescheidener Reisegeschwindigkeit (10 % der Lichtgeschwindigkeit) und langer Replikationszeit (500 Jahre pro Kopie) könnte eine einzige Ursprungssonde die gesamte Milchstraße in wenigen Millionen Jahren besiedeln. Frank Tipler argumentierte 1980, dass das Fehlen solcher Sonden im Sonnensystem beweise, dass keine außerirdischen Zivilisationen existieren.
Varianten je nach Programmierung: Explorationssonden (reine Erkundung und Datenrückübermittlung). Kommunikationssonden (Bracewell-Sonden, die bei Kontakt mit einer Zivilisation aktiviert werden). Terraforming-Sonden (bereiten Planeten für spätere Kolonisten vor). Berserker-Sonden (vernichten jede gefundene Intelligenz).
Technologische Voraussetzungen: Fortgeschrittene KI für autonome Entscheidungen. Asteroiden-Mining und In-Situ-Fertigung. Langlebige Systeme (Jahrtausende Betriebsdauer). Aktuelle Forschung zur In-Situ Resource Utilization (ISRU) auf dem Mond und Mars legt die Grundlagen.
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