Antimaterie
Materie aus Antiteilchen, die bei Kontakt mit Materie in Energie zerfällt.
Was ist Antimaterie?
Materie aus Antiteilchen, die bei Kontakt mit Materie in Energie zerfällt.
Jedes Teilchen hat ein Antiteilchen mit entgegengesetzter Ladung. Treffen Materie und Antimaterie aufeinander, werden beide vollständig in Energie umgewandelt, nach Einsteins berühmter Formel E=mc². Ein Gramm Antimaterie, das auf ein Gramm Materie trifft, setzt die Energie von etwa 43 Kilotonnen TNT frei, fast dreimal so viel wie die Hiroshima-Bombe. Damit ist die Materie-Antimaterie-Annihilation die effizienteste Energiequelle, die die Physik kennt.
Paul Dirac sagte 1928 die Existenz von Antimaterie theoretisch voraus, Carl Anderson wies 1932 das Positron (das Antielektron) in der kosmischen Strahlung nach. Am CERN werden heute Antiprotonen und sogar Antiwasserstoffatome erzeugt und untersucht, allerdings in verschwindend kleinen Mengen: Die gesamte am CERN jemals produzierte Antimaterie würde nicht ausreichen, um eine Tasse Kaffee zu erwärmen.
In Star Trek treibt die kontrollierte Materie-Antimaterie-Reaktion den Warpkern der Enterprise an, mit Dilithium-Kristallen als Moderator. Dan Browns Angels & Demons dreht sich um eine gestohlene Antimaterie-Probe aus dem CERN. In der Hard SF nutzen Autoren wie Stephen Baxter und Robert L. Forward Antimaterie-Antriebe für realistische interstellare Missionen. Das große Rätsel der Physik bleibt: Beim Urknall hätten Materie und Antimaterie in gleichen Mengen entstehen müssen. Warum das Universum fast ausschließlich aus Materie besteht, ist eine der offenen Fragen der Kosmologie.
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