Materie-Antimaterie-Antrieb
Raumschiffantrieb, der Energie aus der Vernichtung von Materie und Antimaterie gewinnt.
Was ist Materie-Antimaterie-Antrieb?
Raumschiffantrieb, der Energie aus der Vernichtung von Materie und Antimaterie gewinnt.
Bei der Materie-Antimaterie-Annihilation wird die gesamte Ruhemasse beider Teilchen in Energie umgewandelt. Das macht sie zur theoretisch effizientesten Energiequelle überhaupt: Die Energieausbeute pro Kilogramm ist rund 300-mal höher als bei der Kernfusion und zehn Milliarden Mal höher als bei chemischen Treibstoffen.
In Star Trek treibt eine kontrollierte Materie-Antimaterie-Reaktion den Warpkern der Enterprise an. Deuterium (Materie) und Antideuterium werden in einer Reaktionskammer zusammengeführt, Dilithium-Kristalle regulieren die Reaktion. Diese Darstellung ist physikalisch vereinfacht, aber das Grundprinzip ist korrekt: Die Energie, die bei der Annihilation frei wird, ist enorm.
In der Hard SF wird der Materie-Antimaterie-Antrieb realistischer behandelt. Robert L. Forward berechnete in seinen Romanen und wissenschaftlichen Arbeiten die Machbarkeit von Antimaterie-Raketen für interstellare Reisen. Stephen Baxter nutzt in seinen Xeelee-Romanen Antimaterie als eine von mehreren Antriebstechnologien. Charles Stross' Accelerando beschreibt einen Antimaterie-getriebenen Schiffskatalog für die Kolonisierung des Sonnensystems.
Das praktische Problem: Am CERN kostet die Produktion eines einzigen Gramms Antimaterie schätzungsweise 25 Milliarden Dollar, und die gesamte jemals erzeugte Menge reicht nicht aus, um eine Glühbirne für eine Sekunde zu betreiben. Für einen interstellaren Antrieb bräuchte man Tonnen. Antimaterie-Antriebe sind physikalisch möglich, aber ökonomisch in absehbarer Zeit nicht realisierbar.
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