Astronomie

Neutronenstern

Überrest einer Supernova — ein Teelöffel wiegt eine Milliarde Tonnen, ein Zuckerwürfel so viel wie ein Gebirge.

Was ist Neutronenstern?

Überrest einer Supernova — ein Teelöffel wiegt eine Milliarde Tonnen, ein Zuckerwürfel so viel wie ein Gebirge.

Neutronenstern
NASA/ESA/Hubble — Junge Weiße Zwerge und Neutronensterne im Kugelsternhaufen NGC 6397 (CC BY 4.0)

Ein Neutronenstern entsteht, wenn ein massereicher Stern als Supernova explodiert und sein Kern unter der eigenen Gravitation zu einem Objekt von nur 20 Kilometern Durchmesser komprimiert wird. Die Dichte ist kaum vorstellbar: Ein Teelöffel Neutronensternmaterie wiegt etwa eine Milliarde Tonnen. Die Oberflächengravitation ist 200 Milliarden Mal stärker als auf der Erde.

Larry Nivens Hugo-prämierte Kurzgeschichte Neutron Star (1966) war bahnbrechend: Ein Pilot nähert sich einem Neutronenstern und erlebt extreme Gezeitenkräfte — veröffentlicht ein Jahr bevor der erste reale Neutronenstern als Pulsar entdeckt wurde. Robert L. Forwards Dragon's Egg (1980) ist das ambitionierteste Werk: Auf der Oberfläche eines Neutronensterns entwickelt sich eine intelligente Spezies, die Cheela, die in einer Gravitation von 67 Milliarden g lebt und deren Zivilisation Millionen Mal schneller als die menschliche voranschreitet. Stephen Baxter siedelt in Flux (1993) miniaturisierte Menschen im Inneren eines Neutronensterns an.

Rotiert ein Neutronenstern schnell und sendet gebündelte Strahlung aus, wird er als Pulsar sichtbar. Verschmelzen zwei Neutronensterne, erzeugt dies Gravitationswellen — 2017 erstmals direkt nachgewiesen (GW170817). Neutronensterne sind Laboratorien für Physik unter Extrembedingungen, die auf der Erde unerreichbar sind.