Triton (Neptunmond)
Neptuns größter Mond mit Stickstoff-Geysiren und retrograder Umlaufbahn — vermutlich ein eingefangener Kuipergürtel-Zwergplanet.
Was ist Triton (Neptunmond)?
Neptuns größter Mond mit Stickstoff-Geysiren und retrograder Umlaufbahn — vermutlich ein eingefangener Kuipergürtel-Zwergplanet.
Triton ist der größte Mond des Neptun und eines der seltsamsten Objekte im Sonnensystem. Mit 2.707 Kilometern Durchmesser umkreist er seinen Planeten in retrograder Richtung — entgegengesetzt zu Neptuns Rotation. Das ist für einen großen Mond einzigartig und deutet darauf hin, dass Triton kein ursprünglicher Neptunmond ist, sondern ein eingefangenes Kuipergürtel-Objekt.
Voyager 2, die einzige Sonde, die Neptun 1989 besuchte, entdeckte auf Triton Stickstoff-Geysire, die Material bis zu 8 Kilometer hoch schleudern. Die Oberflächentemperatur beträgt −235 °C, eine der kältesten gemessenen Oberflächen im Sonnensystem. Trotzdem ist Triton geologisch aktiv. Unter der Oberfläche wird ein Ozean aus flüssigem Wasser vermutet, aufgeheizt durch Gezeitenkräfte.
Tritons Schicksal ist besiegelt: Die retrograde Umlaufbahn schrumpft durch Gezeitenwechselwirkung. In einigen Milliarden Jahren wird Triton Neptuns Roche-Grenze erreichen und zerrissen werden, wobei ein Ringsystem entstehen könnte, das Saturns Ringe in den Schatten stellt.
Samuel R. Delany nutzt Triton als Schauplatz in Triton (1976), einem Roman über Geschlecht, Identität und Utopie in einer Neptunmond-Kolonie. Kim Stanley Robinson erwähnt Triton-Siedlungen in 2312. Die Kombination aus extremer Kälte, aktiver Geologie und dem Schicksal der kosmischen Zerstörung macht Triton zu einem der dramatischsten Schauplätze des äußeren Sonnensystems.
Verwandte Begriffe