Kolonisierung

Paraterraforming

Statt einen ganzen Planeten umzuwandeln, nur einzelne Gebiete unter Kuppeln bewohnbar machen, schneller, billiger und kontrollierbarer als echtes Terraforming.

Was ist Paraterraforming?

Statt einen ganzen Planeten umzuwandeln, nur einzelne Gebiete unter Kuppeln bewohnbar machen, schneller, billiger und kontrollierbarer als echtes Terraforming.

Paraterraforming (auch Worldhousing) ist ein Konzept, bei dem nicht der gesamte Planet, sondern nur begrenzte Gebiete unter geschlossenen Strukturen erdähnlich gestaltet werden. Der Begriff wurde 1992 von Richard L. S. Taylor geprägt.

Statt Jahrtausende auf planetenweite Atmosphärenveränderung zu warten, werden einzelne Krater, Täler oder Lavatunnel mit transparenten oder lichtdurchlässigen Membranen überdacht. Innerhalb dieser Strukturen wird eine atembare Atmosphäre, angenehme Temperatur und Pflanzenwachstum aufgebaut.

Für den Mars wären große Krater (10–50 km Durchmesser) geeignete Kandidaten: Die Kraterwände dienen als natürliche Begrenzung, eine Membran aus Aerogel oder Polyethylen schließt die Oberseite. Aerogel ist besonders attraktiv, weil es Sonnenlicht durchlässt, aber Wärme isoliert, NASA-Studien zeigten, dass bereits eine 2–3 cm dicke Aerogel-Schicht die Marsoberfläche um über 50 °C erwärmen könnte.

Lavatunnel (natürliche Höhlen unter der Oberfläche) bieten einen anderen Ansatz: Sie schützen vor Strahlung und Mikrometeoriten und müssen nur an den Eingängen abgedichtet werden. Auf dem Mars wurden per Orbital-Radar Lavatunnel von bis zu 250 m Durchmesser identifiziert.

Paraterraforming ist technisch deutlich realistischer als planetenweites Terraforming und könnte bereits in den nächsten Jahrhunderten beginnen.