Pantropie
Die genetische Anpassung des Menschen an fremde Welten statt umgekehrt die Planeten zu terraformen.
Was ist Pantropie?
Die genetische Anpassung des Menschen an fremde Welten statt umgekehrt die Planeten zu terraformen.
Pantropie dreht die Logik des Terraformings um: Statt Planeten erdähnlich zu machen, wird der Mensch genetisch so verändert, dass er auf fremden Welten überleben kann. Der Begriff stammt von James Blish, der das Konzept in seiner Kurzgeschichtensammlung The Seedling Stars (1957) entwickelte.
Der Ansatz hat eine bestechende Logik. Terraforming dauert Jahrhunderte bis Jahrtausende und funktioniert nur bei Planeten, die schon halbwegs erdähnlich sind. Pantropie dagegen könnte theoretisch jede Welt bewohnbar machen, vom Gasriesen bis zum Eismond, indem die Siedler an die Bedingungen angepasst werden.
Die ethischen Implikationen sind enorm. Sind modifizierte Menschen, die unter Wasser atmen oder in Schwefelsäure-Atmosphären leben, noch Menschen? Haben sie Anspruch auf die gleichen Rechte? Blish und spätere Autoren wie Paul McAuley (The Quiet War) erkunden diese Fragen.
In der modernen SF gewinnt Pantropie an Aktualität, weil CRISPR und synthetische Biologie die technischen Grundlagen geschaffen haben. Kim Stanley Robinson diskutiert in Aurora, warum Anpassung des Menschen an fremde Biosphären möglicherweise die einzige realistische Option für interstellare Kolonisierung ist.
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