Octavia E. Butler
Afroamerikanische SF-Pionierin, die Race, Gender und Macht ins Zentrum ihrer visionären Romane stellte.
Was ist Octavia E. Butler?
Afroamerikanische SF-Pionierin, die Race, Gender und Macht ins Zentrum ihrer visionären Romane stellte.
Octavia Estelle Butler (1947-2006) war die erste afroamerikanische Frau, die in der Science Fiction breite Anerkennung fand, und ihre Werke haben das Genre nachhaltig verändert. In einer Zeit, in der SF von weißen männlichen Autoren dominiert wurde, schrieb Butler Geschichten über schwarze Frauen, die mit Macht, Überleben und Anpassung ringen.
Kindred (1979) ist ihr bekanntestes Buch: Eine schwarze Frau aus dem Los Angeles der 1970er wird wiederholt in die Sklavenhaltergesellschaft des amerikanischen Südens der Vorkriegszeit gezogen. Der Roman nutzt Zeitreise nicht als technisches Gimmick, sondern als Werkzeug, um die Nachwirkungen der Sklaverei physisch erlebbar zu machen.
Die Parable-Romane (Parable of the Sower, 1993; Parable of the Talents, 1998) spielen in einem zerfallenden Amerika der nahen Zukunft und lesen sich heute prophetischer denn je. Die Protagonistin Lauren Olamina gründet eine neue Religion namens Earthseed, deren zentrale Lehre lautet: Gott ist Wandel. Die Bücher schildern Klimakatastrophen, soziale Auflösung und den Aufstieg eines autoritären Präsidenten mit dem Slogan Make America Great Again, geschrieben 25 Jahre vor der realen Verwendung.
Die Xenogenesis-Trilogie (Dawn, Adulthood Rites, Imago) erzählt von Aliens, die die Menschheit nach einer Nuklearkatastrophe retten, aber dafür genetische Verschmelzung fordern. Butler verhandelt hier Themen wie Konsens, biologischen Determinismus und die Frage, ob die Menschheit ihre Selbstzerstörungstendenz überwinden kann.
Butler erhielt als erste SF-Autorin ein MacArthur Fellowship (den sogenannten Genius Grant). Sie starb 2006, aber ihr Einfluss wächst stetig. N.K. Jemisin, Nnedi Okofor und eine ganze Generation von Autorinnen stehen in ihrer Tradition.
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