Konzept

Afrofuturismus

Kulturelle Bewegung, die afrikanische und afrodiasporische Kultur mit Science-Fiction und Technologie verbindet.

Was ist Afrofuturismus?

Kulturelle Bewegung, die afrikanische und afrodiasporische Kultur mit Science-Fiction und Technologie verbindet.

Afrofuturismus ist eine kulturelle und ästhetische Bewegung, die Science-Fiction, Fantasy, afrikanische Geschichte und Technologie zu einer eigenständigen Strömung verbindet. Der Begriff wurde 1993 vom Kulturkritiker Mark Dery geprägt, aber die Wurzeln reichen viel weiter zurück.

Sun Ra, der Jazz-Musiker, behauptete ab den 1950ern, er stamme vom Saturn und verband ägyptische Mythologie mit kosmischer Philosophie. Octavia Butler schrieb Science-Fiction, die Rasse, Macht und Überleben aus schwarzer Perspektive erforschte. Samuel R. Delany kombinierte in 'Dhalgren' und 'Nova' Avantgarde-Literatur mit afroamerikanischer Erfahrung.

Der kulturelle Durchbruch kam 2018 mit 'Black Panther' und dem Konzept von Wakanda: einer afrikanischen Nation, die nie kolonisiert wurde und die fortschrittlichste Technologie der Welt besitzt. Wakanda wurde zum Symbol dafür, wie afrikanische Zukunftsvisionen aussehen können, wenn sie nicht durch den Blick des Kolonialismus gefiltert werden.

Musikalisch reicht der Afrofuturismus von Parliament-Funkadelic über Janelle Monáe (deren Alben 'The ArchAndroid' und 'Dirty Computer' Science-Fiction-Konzeptalben sind) bis zu Beyoncés 'Lemonade'. In der bildenden Kunst schaffen Künstler wie Wangechi Mutu und Kehinde Wiley afrofuturistische Visionen.

N.K. Jemisin gewann als erste schwarze Autorin den Hugo Award und dann gleich dreimal in Folge für ihre Broken-Earth-Trilogie. Nnedi Okofor verbindet afrikanische Mythologie mit Space Opera in 'Binti' und 'Who Fears Death'.

Afrofuturismus ist mehr als ein Genre. Es ist eine Zurückeroberung der Zukunft durch Menschen, deren Vergangenheit systematisch marginalisiert wurde.

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