Konzept

Interstellares Medium

Die extrem dünne Materie und Strahlung, die den Raum zwischen den Sternen füllt und eine zentrale Rolle für interstellare Reisen spielt.

Was ist Interstellares Medium?

Die extrem dünne Materie und Strahlung, die den Raum zwischen den Sternen füllt und eine zentrale Rolle für interstellare Reisen spielt.

Das Interstellare Medium (ISM) ist der Stoff zwischen den Sternen: Gas, Staub, kosmische Strahlung und Magnetfelder, die den scheinbar leeren Raum der Galaxis durchziehen. Obwohl die Dichte extrem gering ist (oft weniger als ein Atom pro Kubikzentimeter), hat das ISM erhebliche Auswirkungen auf Astronomie und auf die Machbarkeit interstellarer Reisen.

Für die Science Fiction ist das ISM aus mehreren Gründen relevant. Bei relativistischen Geschwindigkeiten wird selbst ein einzelnes Wasserstoffatom zu einem Hochenergieprojektil. Ein Raumschiff, das mit einem nennenswerten Bruchteil der Lichtgeschwindigkeit fliegt, wird von interstellarem Wasserstoff bombardiert wie von einem Teilchenbeschleuniger. Die kinetische Energie dieser Einschläge erzeugt Strahlung und Erosion, die jedes bekannte Material zerstören würden.

Dieses Problem hat in der Hard SF verschiedene Lösungsansätze hervorgebracht. Magnetische Schutzschilde, die geladene Teilchen ablenken, sind eine Option. Das Bussard-Ramjet-Konzept dreht das Problem sogar um: Es sammelt interstellaren Wasserstoff als Treibstoff ein. Larry Niven popularisierte dieses Konzept in seinen Known-Space-Geschichten. Allerdings haben spätere Berechnungen gezeigt, dass der Widerstand beim Einsammeln den Schub übersteigen könnte.

Das ISM enthält auch dichtere Regionen: Molekülwolken, in denen neue Sterne entstehen, und Nebel, die aus den Überresten explodierter Sterne bestehen. Diese Strukturen spielen in vielen Space Operas eine Rolle als Navigation-Hindernisse oder als Verstecke.

Das Studium des ISM ist auch für die Astronomie unverzichtbar: Es verursacht interstellare Extinktion (Abschwächung des Sternenlichts durch Staub) und Szintillation (Flackern von Radiosignalen), was bei der Suche nach Exoplaneten und außerirdischen Signalen berücksichtigt werden muss.

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