Dunkler Wald (Liu Cixin)
Das Universum als Wald voller bewaffneter Jäger — wer sich zeigt, wird vernichtet. Liu Cixins erschreckendste Idee.
Was ist Dunkler Wald (Liu Cixin)?
Das Universum als Wald voller bewaffneter Jäger — wer sich zeigt, wird vernichtet. Liu Cixins erschreckendste Idee.
Die Dunkle-Wald-Theorie ist ein kosmologisches Konzept aus Liu Cixins Roman Der dunkle Wald (2008), dem zweiten Band der Trisolaris-Trilogie, und eine der originellsten und verstörendsten Antworten auf das Fermi-Paradoxon. Die Theorie basiert auf zwei Axiomen: Erstens, das Überleben ist das primäre Bedürfnis jeder Zivilisation. Zweitens, Zivilisationen wachsen und expandieren, aber die Gesamtmenge an Materie im Universum bleibt konstant.
Daraus folgt eine Kette von Verdacht: Da Kommunikation über interstellare Entfernungen Jahrzehnte dauert, kann keine Zivilisation die Absichten einer anderen zuverlässig einschätzen. Selbst wenn eine Zivilisation heute friedlich ist, könnte sie in hundert Jahren zur Bedrohung werden. Die einzige sichere Strategie ist daher, jede entdeckte Zivilisation präventiv zu vernichten, bevor sie zur Bedrohung werden kann.
Das Universum ist ein dunkler Wald, in dem jede Zivilisation ein bewaffneter Jäger ist, der lautlos durch die Bäume schleicht. Wer einen Ast bricht und sich verrät, wird erschossen. Liu Cixin nutzt die Theorie, um die Handlung der gesamten Trilogie zu tragen: Die Menschheit sendet ein Signal ins All und malt damit eine Zielscheibe auf die Erde. Die Dunkle-Wald-Theorie hat die globale Science-Fiction-Debatte beeinflusst und wird in SETI-Kreisen ernsthaft diskutiert.
Verwandte Begriffe