Konzept

Großer Filter

Irgendwo zwischen toter Materie und galaktischer Zivilisation gibt es eine Hürde, die fast niemand überlebt.

Was ist Großer Filter?

Irgendwo zwischen toter Materie und galaktischer Zivilisation gibt es eine Hürde, die fast niemand überlebt.

Der Große Filter ist ein Konzept des Ökonomen Robin Hanson, das eine mögliche Antwort auf das Fermi-Paradoxon liefert. Zwischen unbelebter Materie und einer Zivilisation, die die Galaxis besiedelt, liegen zahlreiche Entwicklungsschritte: die Entstehung von Leben, die Evolution mehrzelliger Organismen, Intelligenz, Technologie, interstellare Raumfahrt. Der Große Filter postuliert, dass mindestens einer dieser Schritte extrem unwahrscheinlich ist, so unwahrscheinlich, dass fast keine Zivilisation ihn schafft.

Die entscheidende Frage ist, ob der Filter hinter uns oder vor uns liegt. Wenn er hinter uns liegt, zum Beispiel bei der Entstehung von Leben selbst, dann sind wir eine der wenigen Zivilisationen, die es geschafft haben, und die Galaxis ist leer, weil kaum jemand es so weit bringt. Wenn der Filter aber vor uns liegt, dann bedeutet das, dass technologische Zivilisationen regelmäßig an einer Hürde scheitern, die wir noch nicht erreicht haben: Atomkrieg, Klimakollaps, unkontrollierte KI.

Liu Cixins Trisolaris-Trilogie und die Dunkle-Wald-Theorie bieten eine eigene Variante: Der Filter sind andere Zivilisationen, die präventiv jeden eliminieren, der sich bemerkbar macht. Der Große Filter macht jede Entdeckung von außerirdischem Leben auf dem Mars oder Europa zu einer potenziell beunruhigenden Nachricht: Je mehr totes Leben wir finden, desto wahrscheinlicher liegt der Filter vor uns.