Climate Fiction
Subgenre der Science Fiction, das den Klimawandel und seine Folgen ins Zentrum der Erzählung stellt.
Was ist Climate Fiction?
Subgenre der Science Fiction, das den Klimawandel und seine Folgen ins Zentrum der Erzählung stellt.
Climate Fiction (kurz Cli-Fi) hat sich in den letzten zwei Jahrzehnten von einer Nische zu einem der dynamischsten Subgenres der Science Fiction entwickelt. Der Begriff wurde um 2007 vom Journalisten Dan Bloom geprägt und beschreibt Erzählungen, in denen der Klimawandel nicht bloßer Hintergrund ist, sondern die treibende Kraft der Handlung.
Die Wurzeln reichen weiter zurück. J.G. Ballards The Drowned World (1962) schilderte bereits eine überflutete Erde, und Octavia Butlers Parable of the Sower (1993) entwarf eine von Dürre und sozialer Auflösung gezeichnete nahe Zukunft. Doch erst mit Autoren wie Paolo Bacigalupi (The Windup Girl, The Water Knife) und Kim Stanley Robinson (The Ministry for the Future) wurde Cli-Fi zur eigenständigen Bewegung.
Was Climate Fiction von klassischer Dystopie unterscheidet, ist der enge Bezug zur wissenschaftlichen Realität. Die besten Cli-Fi-Romane basieren auf aktueller Klimaforschung und extrapolieren konkrete Szenarien: Meeresspiegelanstieg, Wasserknappheit, Massenmigrationen, Zusammenbruch der Landwirtschaft. Sie machen abstrakte Statistiken greifbar, indem sie zeigen, wie einzelne Menschen in diesen Szenarien leben, leiden und kämpfen.
Kritiker der Climate Fiction bemängeln manchmal, dass das Genre zu didaktisch sei. Die besten Vertreter widerlegen das: Sie erzählen packende Geschichten, deren Dringlichkeit gerade daher kommt, dass sie nicht in ferner Zukunft spielen, sondern in der unseren. Cli-Fi ist vielleicht das Genre, das die geringste Distanz zwischen Fiktion und Wirklichkeit aufweist.
Als Leseempfehlungen gelten neben den genannten: The Overstory von Richard Powers, New York 2140 von Kim Stanley Robinson und Bewilderment von Richard Powers.
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