Konzept

Biopunk

Subgenre, das Biotechnologie, Genetik und organische Manipulation ins Zentrum stellt, analog zum Cyberpunk mit Computertechnologie.

Was ist Biopunk?

Subgenre, das Biotechnologie, Genetik und organische Manipulation ins Zentrum stellt, analog zum Cyberpunk mit Computertechnologie.

Biopunk ist das biologische Gegenstück zum Cyberpunk. Wo Cyberpunk die Fusion von Mensch und Computer erzählt, beschäftigt sich Biopunk mit Gentechnik, synthetischer Biologie, Biowaffen und der Manipulation des Lebens selbst. Die zentrale Frage lautet: Was passiert, wenn die Werkzeuge zur Veränderung des Lebens demokratisiert werden, wenn Garage-Biologen DNA hacken wie Programmierer Code?

Das Genre gewann an Relevanz, als CRISPR und andere Genediting-Technologien reale Möglichkeiten eröffneten, die zuvor reine Fiction waren. Biopunk-Erzählungen spielen oft in einer Welt, in der Konzerne genetisch modifizierte Organismen patentieren, Designer-Babys zum Luxusgut werden und biologische Kriegsführung die größte Bedrohung darstellt.

Paolo Bacigalupis The Windup Girl ist ein Paradebeispiel: Kalorienfirmen kontrollieren die Nahrungsversorgung, und eine genetisch konstruierte Frau kämpft um ihre Autonomie. Margaret Atwoods MaddAddam-Trilogie zeigt eine Welt, in der Biotechnologie außer Kontrolle geraten ist. Greg Bears Blood Music (1985) gilt als Urtext des Genres: Intelligente Zellen transformieren ihren Wirt und schließlich die gesamte Biosphäre.

Ribofunk von Paul Di Filippo und Schismatrix von Bruce Sterling sind weitere wichtige Biopunk-Werke. Im Film hat die Alien-Reihe starke Biopunk-Elemente, ebenso wie Gattaca (1997), der eine Gesellschaft zeigt, die vollständig durch genetische Determinierung definiert ist.

Biopunk stellt unbequeme Fragen: Wem gehört das Genom? Wer darf Leben designen? Und was passiert mit denen, die sich die neuen Technologien nicht leisten können? Das Genre macht deutlich, dass die nächste große technologische Revolution nicht digital, sondern biologisch sein könnte.