Turing-Test
Kann eine Maschine einen Menschen davon überzeugen, dass sie denkt? Alan Turings berühmter Test für maschinelle Intelligenz.
Was ist Turing-Test?
Kann eine Maschine einen Menschen davon überzeugen, dass sie denkt? Alan Turings berühmter Test für maschinelle Intelligenz.
Der Turing-Test wurde 1950 vom britischen Mathematiker Alan Turing in seinem Aufsatz Computing Machinery and Intelligence vorgeschlagen. Turings Frage lautete nicht 'Können Maschinen denken?', sondern 'Können Maschinen sich so verhalten, dass ein Mensch sie nicht von einem denkenden Wesen unterscheiden kann?' Im Test kommuniziert ein menschlicher Richter per Textkanal mit zwei Gesprächspartnern: einem Menschen und einer Maschine. Wenn der Richter nicht zuverlässig bestimmen kann, wer die Maschine ist, hat die Maschine den Test bestanden.
Jahrzehntelang galt der Turing-Test als unerreichbar. Chatbots wie ELIZA (1966) konnten kurze Gespräche simulieren, scheiterten aber an Tiefe. Mit dem Aufkommen großer Sprachmodelle wie GPT-4 und Claude hat die Debatte eine neue Dimension erreicht: Diese Systeme können Gespräche führen, die viele Menschen nicht als maschinell erkennen. Kritiker wie John Searle argumentieren mit dem Chinesischen Zimmer, dass das Bestehen des Tests nichts über Bewusstsein oder Verständnis aussagt.
In der Science Fiction ist der Turing-Test ein Dauerthema: In Blade Runner testet Deckard Replikanten mit dem Voight-Kampff-Test, einer emotionalen Variante. In Ex Machina ist der gesamte Film ein Turing-Test, bei dem unklar bleibt, wer wen testet. Der Turing-Test hat die Art geprägt, wie die Menschheit über maschinelle Intelligenz nachdenkt, auch wenn Turing selbst ihn vermutlich als Provokation und nicht als endgültiges Kriterium verstand.
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