Terraform-Ethik
Dürfen wir fremde Planeten nach unserem Bild umformen? Die ethische Debatte hinter einem der größten SciFi-Träume.
Was ist Terraform-Ethik?
Dürfen wir fremde Planeten nach unserem Bild umformen? Die ethische Debatte hinter einem der größten SciFi-Träume.
Die Frage, ob Terraforming ethisch vertretbar ist, gehört zu den faszinierendsten Debatten an der Schnittstelle von Science Fiction und Philosophie. Wenn wir die Fähigkeit entwickeln, den Mars oder andere Himmelskörper bewohnbar zu machen, dürfen wir es dann auch tun?
Die Debatte teilt sich in mehrere Lager. Anthropozentriker argumentieren, dass das Überleben der Menschheit Vorrang hat. Biozentrischer Naturschutz vertritt die Position, dass jede Form von Leben, selbst mikrobielles Mars-Leben, ein Recht auf Existenz hat und dass Terraforming einem planetaren Genozid gleichkäme. Kosmische Naturschützer gehen noch weiter und argumentieren, dass selbst unbelebte Planeten einen intrinsischen Wert haben.
Kim Stanley Robinson behandelt diese Debatte in seiner Mars-Trilogie mit einer Nuanciertheit, die in der Literatur ihresgleichen sucht. Die Red-Mars-Fraktion will den Planeten unberührt lassen, die Green-Mars-Fraktion will ihn begrünen. Robinson zeigt, dass beide Positionen legitim sind und der Konflikt zwischen ihnen unvermeidlich ist. Die Debatte wird drängender, je näher bemannte Mars-Missionen rücken: SpaceX plant Siedlungen, und die Frage, ob wir den Mars kontaminieren dürfen, ist bereits Gegenstand planetarischer Schutzprotokolle der NASA.
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