Kommunikation

Technosignaturen

Spuren technologischer Zivilisationen im All, von Radiosignalen über industrielle Atmosphären-Pollution bis zu Megastrukturen wie Dyson-Sphären.

Was ist Technosignaturen?

Spuren technologischer Zivilisationen im All, von Radiosignalen über industrielle Atmosphären-Pollution bis zu Megastrukturen wie Dyson-Sphären.

Technosignaturen sind beobachtbare Hinweise auf die Existenz einer technologischen Zivilisation. Der Begriff wurde von Jill Tarter (SETI Institute) geprägt und ist breiter als Biosignaturen, die nur auf Leben (nicht zwingend intelligentes) hinweisen.

Kategorien von Technosignaturen: Elektromagnetische Emissionen (Radiowellen, Laser, die klassische SETI-Suche), industrielle Atmosphärenveränderungen (Chlorfluorkohlenwasserstoffe oder NO₂ in einer Exoplanetenatmosphäre wären schwer natürlich erklärbar), Megastrukturen (Dyson-Sphären oder -Schwärme würden Infrarot-Überschuss erzeugen), Lichtkurven-Anomalien (künstliche Transitobjekte vor einem Stern) und interstellare Artefakte.

Das JWST kann theoretisch industrielle Gase in Exoplanetenatmosphären nachweisen. Eine Studie von 2022 zeigte, dass JWST die Signatur von Stickstoffdioxid (NO₂), auf der Erde ein Produkt von Verbrennung, in der Atmosphäre eines nahen Exoplaneten bei ausreichend langer Beobachtungszeit detektieren könnte.

2017 sorgte der Stern KIC 8462852 (Tabbys Star) für Aufregung: Sein Licht schwankte um bis zu 22 %, kein bekannter natürlicher Mechanismus konnte das erklären. Dyson-Sphäre-Spekulationen wurden letztlich durch Staubmodelle widerlegt, aber der Fall zeigte das wissenschaftliche Interesse an ernsthafter Technosignatur-Forschung.