Verfilmung

Solaris (Tarkowski)

Tarkowskis philosophischer Gegenentwurf zu 2001 — ein Planet mit einem Ozean, der die tiefsten Erinnerungen seiner Besucher materialisiert.

Was ist Solaris (Tarkowski)?

Tarkowskis philosophischer Gegenentwurf zu 2001 — ein Planet mit einem Ozean, der die tiefsten Erinnerungen seiner Besucher materialisiert.

Solaris (1972) von Andrei Tarkowski, basierend auf Stanislaw Lems gleichnamigem Roman, ist einer der intellektuell anspruchsvollsten Science-Fiction-Filme aller Zeiten und wird oft als sowjetische Antwort auf Kubricks 2001 beschrieben, obwohl Tarkowski Kubricks Film als kalt und zu technisch empfand. Der Psychologe Kris Kelvin wird zu einer Raumstation geschickt, die den Planeten Solaris umkreist. Der Planet ist von einem Ozean bedeckt, der ein einziges, planetengroßes Bewusstsein zu sein scheint.

Dieser Ozean materialisiert die tiefsten, schmerzhaftesten Erinnerungen der Stationsbewohner als physische Kopien. Kelvin begegnet seiner verstorbenen Frau Hari, die so real ist, dass er nicht weiß, ob er sie lieben oder fürchten soll. Lem war mit Tarkowskis Interpretation unzufrieden, weil der Regisseur den Fokus von der Unmöglichkeit, eine wirklich fremde Intelligenz zu verstehen, auf menschliche Beziehungen und Schuld verschob.

Doch genau darin liegt Tarkowskis Stärke: Solaris wird zu einer Meditation über Erinnerung, Verlust und die Frage, ob wir im Universum wirklich nach dem Anderen suchen oder nur nach uns selbst. Steven Soderberghs Neuverfilmung (2002) mit George Clooney ist zugänglicher, aber Tarkowskis Version bleibt das Meisterwerk.

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