Verfilmung

Severance

Apple TV+-Serie über Angestellte, deren Erinnerungen chirurgisch in Arbeits- und Privatperson gespalten werden.

Was ist Severance?

Apple TV+-Serie über Angestellte, deren Erinnerungen chirurgisch in Arbeits- und Privatperson gespalten werden.

Severance (seit 2022) ist eine der originellsten und verstörendsten SF-Serien der letzten Jahre. Die Prämisse: Mitarbeiter der Firma Lumon Industries unterziehen sich einem chirurgischen Eingriff, der ihr Bewusstsein in zwei Hälften teilt. Am Arbeitsplatz haben sie keine Erinnerung an ihr Privatleben (Innies). Außerhalb der Arbeit wissen sie nichts von dem, was im Büro geschieht (Outies).

Mark Scout (Adam Scott) ist ein Innie, der acht Stunden am Tag in einer sterilen Büroetage arbeitet, ohne zu wissen, was er tut, warum er es tut oder wer er außerhalb dieser Wände ist. Die Arbeit besteht aus dem Sortieren von Zahlen auf einem Bildschirm, deren Bedeutung niemand versteht. Die Bürokultur bei Lumon ist eine kafkaeske Mischung aus Corporate-Motivationssprüchen und kultischer Verehrung des Firmengründers Kier Eagan.

Die Serie funktioniert auf mehreren Ebenen gleichzeitig. Als Mystery: Was macht Lumon wirklich? Als Satire auf Bürokultur und Arbeitsethik. Als philosophisches Gedankenexperiment: Sind Innie und Outie dieselbe Person? Hat der Innie Rechte? Ist Severance eine Form von Sklaverei?

Die visuelle Gestaltung ist hypnotisch. Die leeren Gänge, die identischen Schreibtische, die bedrückende Stille der Severance-Etage erzeugen eine Klaustrophobie, die an Kubrick erinnert. Ben Stiller (Regie) und Dan Erickson (Drehbuch) haben eine Ästhetik geschaffen, die sofort wiedererkennbar ist.

Das Staffelfinale der ersten Staffel gehört zu den besten Stunden Fernsehen des 21. Jahrhunderts. Severance beweist, dass Science Fiction die Arbeitswelt und ihre Absurditäten ebenso treffend analysieren kann wie die Weiten des Weltraums.

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