Xenologie

Rare-Earth-Hypothese

Mikrobielles Leben mag häufig sein, aber komplexes, mehrzelliges Leben ist extrem selten, weil die Erde eine unwahrscheinliche Kette von Glücksfällen durchlaufen hat.

Was ist Rare-Earth-Hypothese?

Mikrobielles Leben mag häufig sein, aber komplexes, mehrzelliges Leben ist extrem selten, weil die Erde eine unwahrscheinliche Kette von Glücksfällen durchlaufen hat.

Rare-Earth-Hypothese
NASA

Die Rare-Earth-Hypothese wurde 2000 von Peter Ward und Donald Brownlee (beide University of Washington) in ihrem Buch 'Rare Earth: Why Complex Life Is Uncommon in the Universe' formuliert. Ihre zentrale These: Einfaches, mikrobielles Leben mag im Universum verbreitet sein, aber die Entstehung komplexer, mehrzelliger Organismen (und schließlich Intelligenz) erfordert eine extrem unwahrscheinliche Kombination von Bedingungen.

Die Voraussetzungen laut Ward und Brownlee: Ein Gesteinsplanet in der habitablen Zone eines langlebigen Sterns. Plattentektonik (für Klimaregulation und Kohlenstoffkreislauf). Ein großer Mond (für Achsenstabilisierung). Ein Magnetfeld (für Strahlungsschutz). Ein Gasriese wie Jupiter (als Kometenfänger). Die richtige Menge Wasser. Ausreichend radioaktive Isotope für Mantelkonvektion. Die richtige Position in der Galaxis (weit genug vom Zentrum für geringe Strahlung, nah genug für schwere Elemente).

Jede dieser Bedingungen ist einzeln plausibel, aber die Wahrscheinlichkeit, dass alle gleichzeitig zutreffen, könnte astronomisch gering sein.

Kritik: Viele Argumente beruhen auf einem Stichprobenumfang von eins (der Erde). Extremophile zeigen, dass Leben anpassungsfähiger ist als gedacht. Plattentektonik wurde inzwischen auf mehreren Exoplaneten für möglich gehalten.