Ozeanplanet
Ein hypothetischer Exoplanettyp, dessen Oberfläche vollständig von einem globalen Ozean bedeckt ist, Hunderte Kilometer tiefes Wasser ohne Landmasse.
Was ist Ozeanplanet?
Ein hypothetischer Exoplanettyp, dessen Oberfläche vollständig von einem globalen Ozean bedeckt ist, Hunderte Kilometer tiefes Wasser ohne Landmasse.
Ein Ozeanplanet (auch Wasserplanet oder Water World) ist ein theoretisch vorhergesagter Planetentyp, bei dem Wasser einen erheblichen Anteil der Gesamtmasse ausmacht und die gesamte Oberfläche als globaler Ozean bedeckt. Das Konzept wurde 2004 von Alain Léger und Kollegen formal beschrieben: Eisige Protoplaneten, die jenseits der Schneelinie entstehen, könnten nach innen migrieren und dabei ihre äußeren Eisschichten aufschmelzen.
Die Struktur eines typischen Ozeanplaneten umfasst einen Gesteinskern, darüber eine Schicht aus Hochdruck-Eis (Eis VII), dann einen hunderte Kilometer tiefen flüssigen Wasserozean und eine dampfreiche Atmosphäre. Bei extremem Druck am Ozeanboden könnte das Wasser exotische Phasen annehmen, die den chemischen Austausch zwischen Kern und Ozean einschränken.
Mehrere Exoplaneten-Kandidaten werden als mögliche Ozeanwelten diskutiert. K2-18 b zeigte in JWST-Daten 2023 Methan und CO₂ in der Atmosphäre, was auf eine sogenannte Hycean-Welt (Hydrogen + Ocean) hindeutet. TOI-1452 b, ein 100 Lichtjahre entfernter Planet, hat eine Dichte, die mit einem tiefen Wasserozean vereinbar ist. GJ 1214 b und die Kepler-62-Planeten werden ebenfalls als Ozeanplanet-Kandidaten geführt.
Eine NASA-Studie von 2020 schätzte, dass Exoplaneten mit Ozeanen in der Milchstraße verbreitet sein dürften. Allerdings zeigte eine Studie von 2025, dass Sub-Neptune wie K2-18 b wahrscheinlich keine reinen Wasserwelten sind, die Debatte ist offen. Für die Science-Fiction sind Ozeanplaneten ein klassisches Motiv, von Stanisław Lems Solaris bis zu Kevin Costners Waterworld.
Verwandte Begriffe