Konzept

Omega-Punkt

Die Hypothese, dass das Universum auf einen Punkt maximaler Komplexität und Intelligenz zustrebt, an dem unendliche Berechnung möglich wird.

Was ist Omega-Punkt?

Die Hypothese, dass das Universum auf einen Punkt maximaler Komplexität und Intelligenz zustrebt, an dem unendliche Berechnung möglich wird.

Der Omega-Punkt ist ein Konzept, das der Mathematiker und Physiker Frank Tipler 1994 in 'The Physics of Immortality' formalisierte. Die These: Wenn das Universum in einem Big Crunch kollabiert, wird die verfügbare Energie am Ende unendlich, und eine ausreichend fortgeschrittene Zivilisation könnte diese Energie nutzen, um unendlich viele Berechnungen durchzuführen. In diesem Moment wäre die Simulation jedes jemals gelebten Lebens möglich, eine Art physikalische Auferstehung.

Der Name stammt vom Jesuiten und Paläontologen Pierre Teilhard de Chardin, der in den 1950ern eine philosophisch-theologische Version formulierte: Die Evolution strebe auf einen Punkt göttlichen Bewusstseins zu, den er Omega nannte.

Tiplers Version ist kontrovers. Viele Physiker halten die Annahmen für unbegründet, insbesondere die Notwendigkeit eines geschlossenen Universums (aktuelle Beobachtungen deuten auf ein ewig expandierendes Universum hin, was den Big Crunch ausschließt). Freeman Dyson schlug stattdessen vor, dass Zivilisationen auch in einem ewig expandierenden Universum unbegrenzt rechnen könnten, indem sie ihre Operationen immer langsamer durchführen.

In der Science-Fiction wurde der Omega-Punkt von mehreren Autoren aufgegriffen. Stephen Baxters 'The Time Ships' (1995), eine autorisierte Fortsetzung von H.G. Wells' 'Die Zeitmaschine', endet am Omega-Punkt. Greg Egans 'Permutation City' exploriert verwandte Ideen über die Natur von Berechnung und Existenz.

Der Omega-Punkt berührt die Grenze zwischen Physik und Theologie: die Idee, dass das Universum selbst ein Computer ist, der auf seine ultimative Berechnung zustrebt.