Kosmologie

Dunkle Ära

Die lichtlose Epoche zwischen der Freisetzung der Hintergrundstrahlung und dem Zünden der ersten Sterne, rund 100 Millionen Jahre kosmischer Dunkelheit.

Was ist Dunkle Ära?

Die lichtlose Epoche zwischen der Freisetzung der Hintergrundstrahlung und dem Zünden der ersten Sterne, rund 100 Millionen Jahre kosmischer Dunkelheit.

Die Dunkle Ära (Dark Ages) des Universums bezeichnet die Epoche zwischen der Freisetzung der kosmischen Hintergrundstrahlung (380.000 Jahre nach dem Urknall) und der Bildung der ersten Sterne (etwa 100–200 Millionen Jahre nach dem Urknall). In dieser Zeit gab es im Universum keine leuchtenden Objekte, nur neutralen Wasserstoff und Helium, die sich langsam unter dem Einfluss der Schwerkraft verdichteten.

Während dieser Phase begann die Dunkle Materie, das Gerüst des Kosmischen Netzes aufzubauen. In den dichtesten Regionen akkumulierte Gas, bis die ersten Protosterne kollabieren konnten. Die Dunkle Ära endete mit dem sogenannten kosmischen Morgengrauen (Cosmic Dawn), als die ersten Population-III-Sterne zündeten, massereiche Sterne aus reinem Wasserstoff und Helium ohne schwere Elemente.

Die Dunkle Ära ist experimentell schwer zugänglich. Die beste Beobachtungsmethode ist die 21-cm-Wasserstofflinie, deren Rotverschiebung direkt in die Dunkle Ära hineinreicht. Das EDGES-Experiment behauptete 2018 ein Signal bei Rotverschiebung z ≈ 17, was allerdings kontrovers diskutiert wird. Zukünftige Radioteleskope wie das Square Kilometre Array (SKA) sollen die Dunkle Ära erstmals systematisch kartieren.