Cyborgisierung
Verschmelzung von Mensch und Maschine.
Was ist Cyborgisierung?
Verschmelzung von Mensch und Maschine.
Ein Cyborg (Cybernetic Organism) ist ein Mensch mit maschinellen Erweiterungen: kybernetische Augen, verstärkte Gliedmaßen, neuronale Interfaces, subkutane Computerchips. Der Begriff wurde 1960 von Manfred Clynes und Nathan Kline geprägt, die über die Anpassung des menschlichen Körpers für die Raumfahrt nachdachten.
In William Gibsons Neuromancer (1984) lassen sich Menschen Buchsen in den Schädel implantieren, um direkt in den Cyberspace einzusteigen. Masamune Shirows Ghost in the Shell (1989) stellte die Frage radikal: Wenn fast der gesamte Körper durch Maschinen ersetzt wird, bleibt dann ein Mensch übrig, oder nur noch ein Ghost in einer Shell? Bruce Sterlings Schismatrix (1985) entwarf eine Menschheit, die sich in Shaper (genetisch Modifizierte) und Mechanists (Cyborgs) spaltet.
Deus Ex (2000/2011) machte die Cyborgisierungs-Debatte spielbar: Augmentierungen werden zum Klassenkampf-Thema, wenn sie sich nur Reiche leisten können. Alita: Battle Angel (Yukito Kishiro, 1990) und der RoboCop-Film (1987) zeigten die Identitätskrise des teilmechanisierten Menschen.
In der Realität existieren bereits Cochlea-Implantate (künstliches Hören), Herzschrittmacher, bionische Prothesen und experimentelle Brain-Computer-Interfaces wie Neuralink. Die Grenze zwischen medizinischer Notwendigkeit und freiwilliger Verbesserung verschwimmt zunehmend, und die SF-Frage wird real: Ab wann ist Enhancement keine Therapie mehr, sondern Upgrade?
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