Frage

Kann man sein Bewusstsein hochladen?

Die philosophische und technische Frage hinter Mind Upload.

Was ist Kann man sein Bewusstsein hochladen??

Die philosophische und technische Frage hinter Mind Upload.

Mind Upload, die Idee, ein menschliches Bewusstsein in einen Computer zu übertragen, ist eines der faszinierendsten Gedankenexperimente an der Grenze von Technologie und Philosophie.

Die technische Seite ist schon gewaltig genug: Das menschliche Gehirn hat etwa 86 Milliarden Neuronen, die über rund 100 Billionen Synapsen miteinander verbunden sind. Ein vollständiger Upload müsste nicht nur die Struktur, sondern den exakten chemischen und elektrischen Zustand jeder einzelnen Verbindung erfassen. Das Connectome-Projekt hat bisher nur den vollständigen Schaltplan eines Fadenwurms (302 Neuronen) und Teile des Fliegenhirns kartiert. Das menschliche Gehirn ist um Größenordnungen komplexer.

Die philosophische Frage wiegt schwerer: Selbst wenn die Technologie existierte, wäre die digitale Kopie wirklich du? Oder stirbst du bei dem Vorgang, und jemand anderes wacht auf, der glaubt, du zu sein? Dieses Identitätsproblem (Ship of Theseus in digitaler Form) hat keine eindeutige Antwort. Wenn man einen Menschen Neuron für Neuron durch künstliche Äquivalente ersetzt, wann hört er auf, er selbst zu sein? Wenn man eine Kopie anfertigt und das Original weiterlebt, sind dann beide dieselbe Person?

Greg Egans Romane (Permutation City, Diaspora) durchdenken die Konsequenzen radikaler als jeder andere SF-Autor: Was bedeutet Identität, wenn man sich kopieren, verändern und in simulierten Universen leben kann? Richard Morgans Altered Carbon nutzt Mind Upload als Noir-Prämisse: Bewusstseine werden in Stacks gespeichert und in neue Körper (Sleeves) geladen, was den Tod zum Luxusproblem der Reichen macht. Dennis E. Taylors Bobiverse-Reihe gibt dem Upload eine humorvolle Note: Ein toter Technik-Nerd wird zur selbstreplizierenden Weltraumsonde.

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