Atmosphärenverlust
Wenn Planeten ihre Gashülle verlieren, durch Sternwinde, UV-Strahlung oder zu schwache Gravitation. Der Mars hat es erlebt, die Erde bisher nicht.
Was ist Atmosphärenverlust?
Wenn Planeten ihre Gashülle verlieren, durch Sternwinde, UV-Strahlung oder zu schwache Gravitation. Der Mars hat es erlebt, die Erde bisher nicht.
Atmosphärenverlust (atmospheric escape) ist der Prozess, bei dem ein Planet seine Gashülle an den Weltraum verliert. Er kann thermisch ablaufen (leichte Gasmoleküle wie Wasserstoff und Helium erreichen die Fluchtgeschwindigkeit), durch Sternwinde (geladene Teilchen vom Stern reißen Atmosphärenmoleküle mit) oder durch Photoevaporation (UV-Strahlung heizt die obere Atmosphäre so stark auf, dass sie abfließt).
Der Mars ist das dramatischste Beispiel im Sonnensystem: Vor 3–4 Milliarden Jahren besaß er wahrscheinlich eine dichte Atmosphäre mit flüssigem Wasser an der Oberfläche. Ohne starkes Magnetfeld konnte der Sonnenwind die Atmosphäre jedoch über Milliarden Jahre abtragen. NASAs MAVEN-Mission misst seit 2014 den aktuellen Verlust: Etwa 100 Gramm Atmosphäre pro Sekunde entweichen vom Mars ins All.
Für die Bewohnbarkeit von Exoplaneten ist Atmosphärenverlust eine kritische Frage: Planeten um aktive rote Zwergsterne (wie Proxima Centauri oder TRAPPIST-1) sind extremer UV- und Röntgenstrahlung ausgesetzt. Ob sie trotzdem eine Atmosphäre halten können, ist eine der Hauptfragen, die JWST beantworten soll.
Kim Stanley Robinsons Mars-Trilogie thematisiert den Atmosphärenaufbau auf dem Mars als umgekehrten Prozess, Terraforming als Antwort auf den Atmosphärenverlust.
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