Konzept

Alternate History

Was wäre wenn die Geschichte anders verlaufen wäre?

Was ist Alternate History?

Was wäre wenn die Geschichte anders verlaufen wäre?

Alternate History verändert einen historischen Wendepunkt und spielt die Konsequenzen durch. Die zentrale Frage lautet: Was wäre, wenn ein einziges Ereignis anders verlaufen wäre? Je näher der Divergenzpunkt an der Gegenwart liegt, desto greifbarer die Konsequenzen.

Philip K. Dick legte mit The Man in the High Castle (1962) den Grundstein: eine Welt, in der die Achsenmächte den Zweiten Weltkrieg gewannen und die USA zwischen Japan und dem Dritten Reich aufgeteilt sind. Philip Roth (The Plot Against America, 2004) beschrieb eine USA, in der Charles Lindbergh Präsident wird und sich Hitler annähert. Robert Harris (Fatherland, 1992) entwarf ein Europa der 1960er unter Nazi-Herrschaft.

Das Genre geht weit über den Zweiten Weltkrieg hinaus. For All Mankind (Apple TV+) fragt, was passiert wäre, wenn die Sowjets zuerst auf dem Mond gelandet wären. Stephen Kings 11/22/63 (2011) schickt einen Zeitreisenden zurück, um das Kennedy-Attentat zu verhindern. Kim Stanley Robinsons The Years of Rice and Salt (2002) entwirft eine Weltgeschichte ohne Europa, ausgelöscht durch die Pest im 14. Jahrhundert.

Alternate History grenzt an Zeitreise-SF, wenn Zeitreisende selbst die Divergenz verursachen, und an Parallelwelten-SF, wenn mehrere Zeitlinien gleichzeitig existieren. Die Serie Dark (Netflix, 2017–2020) verschachtelte beide Konzepte. Das Genre zeigt, wie fragil die Geschichte ist und wie anders alles hätte kommen können.

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