Weltraumlift
Ein Kabel vom Erdboden bis in den geostationären Orbit, das Nutzlasten ohne Raketen ins All transportieren könnte.
Was ist Weltraumlift?
Ein Kabel vom Erdboden bis in den geostationären Orbit, das Nutzlasten ohne Raketen ins All transportieren könnte.
Der Weltraumlift (Space Elevator) ist eines der faszinierendsten technischen Konzepte der Raumfahrt. Die Idee: Ein Kabel, verankert am Äquator und bis in den geostationären Orbit (35.786 km Höhe) reichend, an dem Kabinen wie Aufzüge ins All fahren. Ein Gegengewicht jenseits des geostationären Orbits hält das System gespannt.
Das Konzept wurde 1895 von Konstantin Ziolkowski inspiriert vom Eiffelturm vorgeschlagen und 1960 vom russischen Ingenieur Yuri Artsutanov formalisiert. Arthur C. Clarke machte es in seinem Roman 'The Fountains of Paradise' (1979) populär, in dem ein Weltraumlift auf Sri Lanka gebaut wird.
Der Vorteil gegenüber Raketen wäre enorm. Aktuelle Starts kosten tausende Dollar pro Kilogramm. Ein Weltraumlift könnte die Kosten auf einen Bruchteil senken und den Weltraum für Massentransport öffnen.
Das Hauptproblem ist das Material. Kein bekanntes Material ist stark genug für ein 36.000 km langes tragendes Kabel. Kohlenstoff-Nanoröhren hätten theoretisch die nötige Zugfestigkeit, können aber bisher nicht in ausreichender Länge und Qualität hergestellt werden. Graphen-Bänder sind eine neuere Hoffnung.
Weitere Herausforderungen: Weltraummüll könnte das Kabel beschädigen, Wetterbedingungen beeinflussen die Basis, und die Schwingungsdynamik eines 36.000 km langen Kabels ist komplex.
In Kim Stanley Robinsons Mars-Trilogie wird ein Weltraumlift auf dem Mars gebaut (wo die geringere Gravitation das Problem erleichtert) und dramatisch zerstört. In der Anime-Serie 'Gundam 00' und im Spiel 'Civilization: Beyond Earth' sind Weltraumlifte zentrale Strukturen.
Das japanische Bauunternehmen Obayashi hat angekündigt, bis 2050 einen Weltraumlift bauen zu wollen. Ob das realistisch ist, bleibt umstritten.
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