Uplifting
SF-Konzept, bei dem eine fortgeschrittene Spezies einer weniger entwickelten zu Intelligenz und Zivilisation verhilft.
Was ist Uplifting?
SF-Konzept, bei dem eine fortgeschrittene Spezies einer weniger entwickelten zu Intelligenz und Zivilisation verhilft.
Uplifting (Erhebung) beschreibt den Prozess, durch den eine technologisch und intellektuell überlegene Spezies einer weniger entwickelten Spezies zu Selbstbewusstsein, Intelligenz und schließlich Zivilisationsfähigkeit verhilft. Das Konzept wurde maßgeblich von David Brins Uplift-Saga geprägt, die ab 1980 mit Sundiver begann.
In Brins Universum ist Uplifting eine galaktische Norm. Nahezu jede intelligente Spezies wurde von einer Patron-Spezies erhoben. Die Patrone tragen Verantwortung für ihre Schützlinge, erwarten aber auch Dienstbarkeit und Dankbarkeit. Es ist ein kosmisches Feudalsystem. Die Menschheit ist eine Anomalie: Sie scheint sich selbst erhoben zu haben (oder ihr Patron ist unbekannt), was sie zum Außenseiter in der galaktischen Gemeinschaft macht.
Die Uplift-Bücher (Startide Rising, The Uplift War) gewannen Hugo und Nebula Awards. Brin nutzt das Konzept, um über Kolonialismus, Patronage, Emanzipation und die Verantwortung von Macht nachzudenken. Die Menschen haben ihrerseits Delfine und Schimpansen teilweise erhoben, was neue ethische Fragen aufwirft.
Außerhalb von Brins Werk taucht Uplifting in verschiedenen Formen auf. In 2001: A Space Odyssey erheben die Monolithen-Erbauer die Vormenschen zu Werkzeugnutzern. In Star Trek könnte man die Erste Direktive als Anti-Uplifting-Regel verstehen. Die Vorlonen und Schatten in Babylon 5 praktizieren gegensätzliche Formen des Uplifting.
Das Konzept berührt reale Debatten über Tierrechte und Tierintelligenz. Forschungen an Delfinsprache, Primaten-Kognition und Rabenvögel-Intelligenz zeigen, dass die Grenzen zwischen menschlicher und tierischer Kognition fließender sind als lange angenommen. Uplifting stellt die Frage: Wenn wir könnten, sollten wir?
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