Konzept

Stellar Lifting

Theoretische Technik zum Abziehen von Materie aus einem Stern, um Rohstoffe zu gewinnen oder die Lebensdauer des Sterns zu verlängern.

Was ist Stellar Lifting?

Theoretische Technik zum Abziehen von Materie aus einem Stern, um Rohstoffe zu gewinnen oder die Lebensdauer des Sterns zu verlängern.

Stellar Lifting ist ein Konzept der theoretischen Astrotechnik, bei dem einer Zivilisation Technologien zur Verfügung stehen, um gezielt Materie von der Oberfläche eines Sterns abzuziehen. Sterne bestehen überwiegend aus Wasserstoff und Helium, enthalten aber auch schwerere Elemente in enormen Mengen. Selbst wenn Metalle nur einen winzigen Bruchteil der Sonnenmasse ausmachen, übersteigt diese Menge den gesamten Metallgehalt aller Planeten des Sonnensystems um ein Vielfaches. Es gibt mehrere theoretisch denkbare Methoden. Eine Variante nutzt starke Magnetfelder, um ionisiertes Plasma aus der Korona des Sterns abzulenken und aufzufangen. Eine andere setzt auf thermische Manipulation: Durch gezieltes Beschatten eines Bereichs der Sternoberfläche könnte man lokale Konvektionsströme erzeugen, die Material nach oben treiben. David Criswell schlug 1985 vor, mit Teilchenstrahlen auf die Sonnenoberfläche zu schießen, um Materie-Jets zu erzeugen. Der praktische Nutzen wäre vielfältig: Neben dem Zugang zu praktisch unbegrenzten Rohstoffen könnte man durch das Entfernen von Masse die Kernfusionsrate verlangsamen und damit die Lebensdauer des Sterns erheblich verlängern. Ein Stern mit geringerer Masse fusioniert langsamer und leuchtet schwächer, existiert aber deutlich länger. Für eine Zivilisation, die langfristig plant, wäre dies eine fundamentale Überlebensstrategie. In der Science-Fiction verwendet Charles Stross in Accelerando das Konzept beim Rückbau des Sonnensystems. Das Worldbuilding-Projekt Orion's Arm beschreibt verschiedene Methoden in technischem Detail. Stellar Lifting steht exemplarisch für die Frage, ob Zivilisationen irgendwann die Grenze zwischen Technologie und Kosmologie überschreiten werden.