Rio-Skala
Von 0 (bedeutungslos) bis 10 (außergewöhnlich): Die Rio-Skala bewertet, wie aufgeregt die Öffentlichkeit über ein mögliches SETI-Signal sein sollte.
Was ist Rio-Skala?
Von 0 (bedeutungslos) bis 10 (außergewöhnlich): Die Rio-Skala bewertet, wie aufgeregt die Öffentlichkeit über ein mögliches SETI-Signal sein sollte.
Die Rio-Skala wurde 2000 von Ivan Almar und Jill Tarter vorgeschlagen und 2002 vom SETI-Komitee der International Academy of Astronautics (IAA) offiziell angenommen. Sie quantifiziert die Bedeutung einer potenziellen SETI-Detektion auf einer Skala von 0 bis 10.
Die Berechnung: Der Wert ergibt sich aus dem Produkt zweier Faktoren, Q (die Konsequenzen, falls das Signal tatsächlich von einer ETI stammt) und delta (die Glaubwürdigkeit, dass es sich wirklich um ein ETI-Signal handelt). Das Vorbild ist die Turiner Skala, die Asteroideneinschlagsrisiken bewertet.
Beispiele: Das Wow!-Signal (1977) wurde retrospektiv auf Rio 4–6 geschätzt. BLC1 (2020, ein Signal aus Richtung Proxima Centauri) erreichte kurzzeitig Medienaufmerksamkeit, wurde aber als irdische Interferenz identifiziert, Rio 0. Ein bestätigtes, decodierbares Signal mit Inhalt wäre Rio 8–10.
Rio 2.0: Eine 2018 veröffentlichte Überarbeitung (Forgan et al., International Journal of Astrobiology) vereinfachte die Berechnung und berücksichtigte moderne Realitäten wie Social-Media-Verbreitung, die eine kontrollierte Kommunikation nahezu unmöglich macht.
Kritik: Einige Forscher halten die Skala für zu vereinfacht. Die Öffentlichkeit reagiert selten proportional zu einem Zahlenwert.
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