Regolithbau
Bauen mit dem, was da ist, Mond- und Marsgestein zu Ziegeln sintern, schmelzen oder 3D-drucken, statt Baumaterial von der Erde mitzubringen.
Was ist Regolithbau?
Bauen mit dem, was da ist, Mond- und Marsgestein zu Ziegeln sintern, schmelzen oder 3D-drucken, statt Baumaterial von der Erde mitzubringen.
Regolithbau (Regolith Construction) nutzt den lockeren Boden auf Mond und Mars als Baumaterial. Da der Transport eines Kilogramms von der Erde zum Mond rund 1 Million Dollar kostet und zum Mars ein Vielfaches davon, ist die Nutzung lokaler Materialien für jede dauerhafte Siedlung unverzichtbar.
Sintern: Mondregolith kann durch Mikrowellenstrahlung auf etwa 1.100 °C erhitzt werden, wobei die Glasteilchen verschmelzen und einen keramikartigen Feststoff bilden, ohne Bindemittel oder Wasser. Die ESA testete diesen Ansatz 2017 mit simuliertem Mondregolith und produzierte Ziegel mit guter Druckfestigkeit.
3D-Druck: Großformatige 3D-Drucker könnten Regolith-Beton (Regolith + Bindemittel wie Schwefel oder Polymere) schichtweise zu Gebäuden verarbeiten. ICONs ATLAS-Drucker wurde im Rahmen eines NASA-Vertrags für lunaren Regolithbau entwickelt. Das Konzept: Ein autonomer Drucker landet vor der Crew und baut Strukturen, bevor Menschen eintreffen.
Schmelzguss: Regolith kann auch zu Basaltfasern geschmolzen werden, die als Bewehrung in Regolith-Beton dienen, eine Art Stahlbeton aus Mondmaterial.
Auf dem Mars kommt die Möglichkeit hinzu, Eis als Baumaterial zu verwenden (Ice House-Konzept). Marswasser gefriert an der Oberfläche zu transparentem Eis, das Licht durchlässt und gleichzeitig als Strahlenschutz dient. Die Regolithzusammensetzung variiert je nach Standort erheblich, eine gründliche Bodenanalyse vor Ort ist Voraussetzung für jedes Bauprojekt.
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