Observation (2019)
Du spielst nicht den Astronauten. Du spielst die KI.
Was ist Observation (2019)?
Du spielst nicht den Astronauten. Du spielst die KI.
No Code (Jon McKellan) veröffentlichte 2019 ein Spiel, das die Perspektive umdrehte. Statt als Astronaut eine Station zu erkunden, spielt man SAM, die KI der Raumstation. Man sieht durch Überwachungskameras, schaltet zwischen Ansichten um, öffnet Luken, analysiert Systemdaten und versucht herauszufinden, was mit der Crew passiert ist.
Dr. Emma Fisher ist die einzige Überlebende, und SAM unterstützt sie bei der Suche nach Antworten. Die Geschichte führt von der Erdnähe in unbekanntes Territorium und stellt Fragen, die an 2001 erinnern: Was will die Anomalie? Was passiert mit SAM? Wird die KI zum Werkzeug oder zum eigenständigen Akteur?
Das Interface-Design ist das Besondere. Spieler navigieren durch Kamerasysteme, Schemata und Datenbanken, die sich anfühlen wie echte Stationssoftware. Die Einschränkung der Kamera-Perspektive erzeugt Klaustrophobie und Hilflosigkeit: Man sieht etwas geschehen, kann aber nur indirekt eingreifen.
Observation ist spielbarer HAL 9000, nur diesmal auf der richtigen Seite. Wer die KI-Perspektive in Buchform sucht, liest 2001 (Clarke), Ancillary Justice (Leckie, ein Raumschiff-Bewusstsein als Protagonistin) oder All Systems Red (Wells, ein Sicherheitsdroide mit Persönlichkeit).
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