Novikov-Selbstkonsistenzprinzip
Physikalische Hypothese, die besagt, dass Zeitreisen zwar möglich sind, aber Paradoxa automatisch verhindert werden.
Was ist Novikov-Selbstkonsistenzprinzip?
Physikalische Hypothese, die besagt, dass Zeitreisen zwar möglich sind, aber Paradoxa automatisch verhindert werden.
Das Novikov-Selbstkonsistenzprinzip wurde 1983 vom russischen Physiker Igor Dmitrijewitsch Novikov formuliert und besagt: Falls Zeitreisen in die Vergangenheit physikalisch möglich sind, dann können nur selbstkonsistente Ereignisse eintreten. Ein Zeitreisender kann die Vergangenheit nicht so verändern, dass seine eigene Zeitreise verhindert würde.
Konkret bedeutet das: Wenn jemand in die Vergangenheit reist, um seinen Großvater zu töten (das klassische Großvater-Paradoxon), wird irgendetwas schiefgehen. Die Waffe klemmt, der Zeitreisende verwechselt die Person, oder es stellt sich heraus, dass der vermeintliche Großvater gar nicht der biologische Großvater war. Das Universum korrigiert sich selbst.
In der Science-Fiction wird dieses Prinzip häufig als Erzählgrundlage verwendet. In '12 Monkeys' (1995) versucht Bruce Willis, eine Pandemie zu verhindern, und scheitert, weil seine Anwesenheit in der Vergangenheit die Ereignisse erst auslöst. 'Predestination' (2014) treibt die Selbstkonsistenz auf die Spitze: Der Protagonist ist sein eigener Vater, seine eigene Mutter und sein eigener Rekrutierer.
Das Prinzip ist verwandt mit den Closed Timelike Curves, die in der Allgemeinen Relativitätstheorie mathematisch existieren. Kurt Gödel bewies 1949, dass Einsteins Feldgleichungen Lösungen erlauben, die geschlossene Zeitschleifen enthalten.
In der Physik bleibt das Prinzip umstritten. Stephen Hawking formulierte die Chronologie-Schutz-Vermutung, die besagt, dass die Naturgesetze Zeitreisen grundsätzlich verhindern. Novikov hielt dagegen: Falls sie möglich sind, regelt sich der Rest von selbst. Für Geschichtenerzähler ist das Prinzip Gold wert, weil es Zeitreise-Plots erlaubt, die logisch konsistent sind.
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