Mars-Gesicht (Cydonia)
1976 fotografierte Viking ein Gesicht auf dem Mars — ein Schatten, eine Illusion und trotzdem ein kulturelles Phänomen.
Was ist Mars-Gesicht (Cydonia)?
1976 fotografierte Viking ein Gesicht auf dem Mars — ein Schatten, eine Illusion und trotzdem ein kulturelles Phänomen.
Am 25. Juli 1976 fotografierte die Viking-1-Sonde eine Felsformation in der Cydonia-Region des Mars, die einem menschlichen Gesicht ähnelte. Das Bild, veröffentlicht von der NASA mit dem Kommentar, es handle sich um eine optische Täuschung durch Licht und Schatten, wurde zu einem der berühmtesten Bilder der Weltraumforschung und löste Jahrzehnte von Spekulationen aus.
Richard Hoagland und andere Autoren argumentierten, das Gesicht sei ein von einer alten Marszivilisation errichtetes Bauwerk. Nahegelegene Strukturen, die als Pyramiden gedeutet wurden, verstärkten diese Theorien. Hochauflösende Aufnahmen des Mars Global Surveyor (1998) und des Mars Reconnaissance Orbiter (2007) zeigten jedoch eindeutig, dass es sich um einen natürlichen Tafelberg handelt, der nur unter bestimmten Beleuchtungsbedingungen und in niedriger Auflösung gesichtsähnlich wirkt.
Das Mars-Gesicht ist ein Paradebeispiel für Pareidolie, die menschliche Tendenz, in zufälligen Mustern bekannte Formen (besonders Gesichter) zu erkennen. In der Popkultur lebt es weiter: In Mission to Mars, X-Files und Doom taucht es als Plot-Element auf. Das Mars-Gesicht zeigt, wie ein Zusammenspiel aus menschlicher Psychologie, niedrig aufgelösten Daten und dem tiefen Wunsch, nicht allein im Universum zu sein, eine Illusion zur kulturellen Ikone machen kann.
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