Xenologie

Lincos

Eine Sprache für den Kontakt mit Aliens: Der niederländische Mathematiker Hans Freudenthal entwarf 1960 ein logisch aufgebautes Kommunikationssystem für den interstellaren Gebrauch.

Was ist Lincos?

Eine Sprache für den Kontakt mit Aliens: Der niederländische Mathematiker Hans Freudenthal entwarf 1960 ein logisch aufgebautes Kommunikationssystem für den interstellaren Gebrauch.

Lincos (Abkürzung von Lingua Cosmica) ist eine konstruierte Sprache, die der niederländische Mathematiker Hans Freudenthal 1960 in seinem Buch 'Lincos: Design of a Language for Cosmic Intercourse, Part I' vorstellte. Sie wurde speziell dafür entworfen, von jeder intelligenten Spezies ohne Kenntnis irdischer Sprachen verstanden zu werden.

Das Prinzip: Die Sprache baut ausgehend von universell erkennbaren Konzepten schrittweise Komplexität auf. Sie beginnt mit Mathematik (natürliche Zahlen durch wiederholte Pulse, getrennt durch Pausen). Darauf aufbauend werden Grundrechenarten, Vergleiche, Variablen, Logik, Mengenlehre und schließlich Konzepte wie Zeit, Raum, Masse, Geschwindigkeit und menschliches Verhalten eingeführt. Jede neue Ebene setzt nur das Verständnis der vorherigen voraus.

Praktische Anwendung: Die Cosmic-Call-Nachrichten (1999, 2003) basierten auf Lincos-Prinzipien. Dutil und Dumas entwickelten einen vereinfachten Primer, der mathematische Grundlagen und chemische Elemente in Binärform kodierte.

Kritik: Lincos setzt voraus, dass der Empfänger mathematisches Denken teilt und das Übertragungsmedium (Radiowellen) richtig interpretiert. Ob eine völlig fremde Intelligenz die schrittweise Logik nachvollziehen kann, ist unbewiesen. Trotzdem bleibt Lincos das einflussreichste theoretische Rahmenwerk für interstellare Sprachkonstruktion.